Herr Klein, Sie geben Ende des Jahres die Geschäftsführung der von Ihnen gegründeten Personalberatung ab. Als Nachfolger haben Sie mit Frau Schewe und Herrn von Ahn eine Doppelspitze gewählt. Warum diese Lösung?
Thomas Klein: Es gibt drei Gründe für die Doppelspitze: Auf der einen Seite ist damit die Handlungsfähigkeit auf breitere Beine gestellt – für unsere Firma, aber auch für die Kunden. Der zweite Gedanke war, dass Männer und Frauen häufig unterschiedliche Sichtweisen auf die Situation in einem (kommunalen) Unternehmen, die zu besetzende Position und die zur Auswahl stehenden Kandidat:innen haben. Der dritte Aspekt ist, dass die Geschäftsführung, die derzeit aus drei und später dann aus zwei Personen besteht, einen konstruktiven Diskurs führen kann im Hinblick darauf, welche Lösungen für den Kunden am besten sind. Das ist sinnvoller, als wenn nur einer alleine die Verantwortung trägt.
Welche Voraussetzungen bringen Sie beide für diese Aufgabe mit?
Hannes von Ahn: Wir haben unterschiedliche berufliche Werdegänge und bringen daher auch sehr unterschiedliche Perspektiven ein. Ich bin seit über 25 Jahren im Management des Vertriebs in der Energiewirtschaft tätig, in den vergangenen 13 Jahren in leitenden Positionen. Ich hatte mit allen Themen rund um Beschaffung, Portfoliomanagement, Vertrieb und After Sales zu tun. Ich bin also mit dem Tagesgeschäft in der Energiewirtschaft sehr gut vertraut. Gleichzeitig kenne ich die klassischen Personalthemen aus dem operativen Business, denn ich habe in der Vergangenheit mehrere Vertriebsteams in verschiedenen Häusern erfolgreich aufgebaut. Dabei konnte ich im Laufe meiner Berufstätigkeit beobachten, wie sich die Anforderungsprofile der Kandidaten, aber auch die Anforderungen an die Arbeitgeber stark gewandelt haben. All diese Erfahrungen bringe ich nun seit September als Geschäftsführer bei Klein & Köpfe ein.
Sabine Schewe: Ich bin seit 25 Jahren leidenschaftliche Personalerin. Ich habe Personalthemen in mittelständischen Unternehmen, aber auch in Konzernen – darunter auch Energieversorger – begleitet, zunächst als Personalreferentin und später als Führungskraft. Dann habe ich mich als Consulter, Trainerin und Coach selbstständig gemacht. Seit 2016 bin ich im Team von Klein & Köpfe, seit zwei Jahren als Geschäftsführerin. Ich habe also eine Innensicht in den Rollen der Führungskraft und Mitarbeiterin sowie eine Außensicht durch meine Erfahrung in der Selbstständigkeit. Diese 360-Grad-Perspektive ist in meiner jetzigen Tätigkeit sehr hilfreich. Ich kann mich gut in die unterschiedlichsten Rollen hineinversetzen, blicke sehr ganzheitlich auf die Herausforderungen und bringe meine Kernkompetenzen der Personalberatung, Personalentwicklung und Transformationsbegleitung ergebnisorientiert ein. Herr von Ahn und ich ergänzen uns gut: meine Methodenkompetenz aus dem Personalbereich und die Erfahrungen aus dem klassischen Management, die mein Kollege mitbringt. Das ist unser USP, der uns als Tandem auszeichnet.
Klein: Ich habe für mich sehr interessante Erfahrungen gemacht, wenn ich zusammen mit Frau Schewe bei Kunden war. Sie spricht schnell die Themen Unternehmenskultur, Führungsverständnis usw. an. Ich hatte solche Aspekte früher kaum im Blick, auch wenn ich sie mittlerweile für sehr wichtig halte und selbst ein Verständnis dafür entwickelt habe. Das ist ein Beispiel dafür, dass es durch den altersmäßigen Unterschied, aber auch durch berufliche Erfahrungen neue Schwerpunkte gibt, die für unsere Beratertätigkeit an Bedeutung gewinnen. Deshalb ist nun der richtige Zeitpunkt, einen Generationswechsel vorzunehmen. Ich bin nicht mehr New Work, aber das sind meine Nachfolger, die Stadtwerke noch aus einer anderen Perspektive beraten können.
Wie haben Sie sich die Tätigkeiten innerhalb der Geschäftsführung aufgeteilt?
von Ahn: Jeder bringt ja seine Stärken mit. Und es ist sicher zielführend, wenn diese dann auch konkret zur Anwendung kommen. Ich will mal ein Beispiel nennen: Bei einem Mandat für die Suche nach einem Portfolio- oder Vertriebsmanager habe ich in diesen Bereichen eine langjährige Expertise. Da macht es sicherlich Sinn, dass ich diese Aufgabe übernehme. Aber wir sprechen uns immer als Team ab und wertschätzen die Meinung des anderen. Wir analysieren gemeinsam die interessantesten Kandidat:innen für eine Stelle und entscheiden zusammen, wer besonders gut dafür in Frage kommt und warum. Dieser Austausch ist immens wichtig, zahlt er doch auf die ganzheitliche Betrachtung ein.
Herr Klein, Sie bleiben ja weiterhin Gesellschafter von Klein & Köpfe und haben das Unternehmen nicht verkauft. Wo sehen Sie Ihre zukünftige Rolle?
Klein: Ich will ganz sicher kein heimlicher „Übergeschäftsführer“ sein. Ich habe die Absicht, mich aus der Geschäftsführung ganz herauszuhalten. In erster Linie stehe ich als Gesellschafter weiterhin für Kontinuität bei Klein & Köpfe. Ich kenne ja sehr viele Leute in der Branche. Im nächsten Jahr möchte ich das neue Team vor allem mit der Weitergabe meiner Kontakte unterstützen. Sicherlich sage ich auch gerne meine Meinung zu einem Thema, wenn ich danach gefragt werde. Aber meine Nachfolger sollen wissen, dass ich es nicht für mein Ego brauche, dass mich jemand um Rat fragt.
Das Interview führte Elwine Happ-Frank
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