Am Dienstag trat Leag-Chef Thorsten Kramer noch beim Ostdeutschen Energieforum auf. Einen Tag später gab das Unternehmen seine Entlassung bekannt.
Für die Branche kommt der Wechsel des Vorstandsvorsitzenden überraschend und sehr zügig. Bereits am 19. September soll der neue Chef, Adolf Roesch, sein Amt antreten.
Der bisherige CEO Thorsten Kramer führte das Unternehmen seit 2022 an. Er verfolgte einen konsequenten Kurs zur grünen Transformation des traditionsbewussten Bergbauunternehmens. Laut der Lausitzer Rundschau wäre sein Vertrag noch bis Ende des Jahres gelaufen.
In der Pressemitteilung der Leag dankte der Aufsichtsratsvorsitzende Andreas Lusch Kramer für seine unternehmerischen Erfolge, insbesondere beim Ausbau der erneuerbaren Energien. "Thorsten Kramer hat mit der Entwicklung der Gigawatt-Factory das Unternehmen nachhaltig geprägt und vor dem Hintergrund des politisch gewollten Kohleausstiegs die Transformation der Leag konsequent fortgesetzt."
Roesch arbeitete für Alstom und GE Power
Adolf Roesch kommt aus der Bau- und Maschinenbaubranche. Der Manager war zuletzt Vorstandsvorsitzender des Bauunternehmens Köster Holding.
Zuvor hatte er Managementpositionen bei General Electric und der Alstom-Gruppe inne, zuletzt als Leiter der Kraftwerksservices für Zentraleuropa und als Sprecher der Geschäftsführung der General Electric GmbH und Mitglied des Vorstands der GE Power.
Neue Ressort-Zuständigkeiten
Mit dem Wechsel des Vorstandsvorsitzenden geht eine Neuaufteilung der Ressortzuständigkeiten einher. Adolf Roesch übernimmt zusätzlich die Verantwortung für den Bereich der Kraftwerke und des Technischen Services.
Im bisherigen Produktionsressort von Philipp Nellessen werden nun die Bergbau-, Veredlungs- und Biomasseaktivitäten gebündelt. Für die Vermarktung und die M&A-Aktivitäten übernimmt künftig der Finanzvorstand, Markus Binder, die Verantwortung. Arbeitsdirektor bleibt unverändert Jörg Waniek.
Aufsichtsrat und Vorstand unterstrichen laut der Leag-Mitteilung das gemeinsame Ziel, den begonnenen Weg zur Transformation des größten ostdeutschen Energieunternehmens hin zu einem führenden Player im Bereich der erneuerbaren Energien und Speicher konsequent fortzusetzen. (pfa)



