Ingbert Liebing ist Hauptgeschäftsführer des VKU.

Ingbert Liebing ist Hauptgeschäftsführer des VKU.

Bild: © VKU/Chaperon

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat die Überlegungen der Bundesregierung zur Fachkräftestrategie gelobt. "Kommunale Unternehmen sind hoch motiviert, sich in den zentralen Handlungsfeldern noch stärker als bislang zu engagieren", sagte Karin Pfäffle, Geschäftsführerin Stromnetz Hamburg und Vorsitzende des VKU-Ausschusses für Personalfragen kommunaler Unternehmen. "Wir begrüßen daher ausdrücklich die Fachkräftestrategie der Bundesregierung."

Derzeit befasst sich der Bundestag in erster Lesung mit der Strategie, den die Bundesregierung im vergangenen Oktober beschlossen hatte. "Die Fachkräftestrategie bündelt die gemeinsamen Aktivitäten der Fachkräftesicherung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit dem Ziel, Unternehmen und Betriebe darin zu unterstützen, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten", so Pfäffle weiter. Auch für kommunale Unternehmen sei die Suche nach Fachkräften eine existenzielle Frage.

"43 Prozent unserer Mitgliedsunternehmen können Stellen nicht zeitnah besetzen."

Die Kommunalwirtschaft spüre schon heute den Fachkräftemangel, betonte auch Ingbert Liebing,Hauptgeschäftsführer des VKU. "43 Prozent unserer Mitgliedsunternehmen können Stellen nicht zeitnah besetzen."

67 Prozent würden außerdem angeben, ihre angebotenen Ausbildungsplätze schon heute weder pünktlich noch vollständig zum Ausbildungsbeginn besetzen zu können. "Wahrscheinlich wird sich die Lage in den nächsten fünf bis zehn Jahren deutlich verstärken", so Liebing. Besonders treffe es die gewerblich-technischen Berufe: 9 von 10 Unternehmen können ihre gewerblich-technischen Ausbildungsplätzen können nicht oder nur schwer besetzen.

Ausbildungsgarantie ein Fehlanreiz

Kritischer äußerte sich Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). "Die Fachkräftestrategie der Bundesregierung enthält viele gute Ansätze. Der MINT-Aktionsplan zum Beispiel wird hoffentlich dazu beitragen, dass sich künftig mehr junge Frauen und Männer für eine Ausbildung im Maschinen- und Anlagenbau begeistern. Andererseits muss in diesem Zusammenhang auch daran erinnert werden, dass politische Fehlentscheidungen der Vergangenheit dazu beigetragen haben, den Fachkräftemangel zu verschärfen."

Dazu gehöre vor allem die sogenannte "Rente mit 63". "Leider finden sich auch Fehlanreize in der aktuellen Fachkräftestrategie der Bundesregierung. So kann die Ausbildungsgarantie – so verlockend sie sich auch anhört – durchaus dazu führen, dass am Bedarf des Arbeitsmarktes vorbei ausgebildet wird", so der Verbandsvertreter weiter.

"Es muss künftig mehr gearbeitet werden, nicht weniger."

Eine Wahrheit suche man auf den 40 Seiten der Fachkräftestrategie vergeblich: "Es muss künftig mehr gearbeitet werden, nicht weniger. Denn anders sind der gesellschaftliche Wohlstand und die Sozialsysteme nicht aufrecht zu erhalten." (jk)

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