Mobiles Arbeiten könnte durch die Corona-Pandemie in vielen Unternehmen zum Standard werden.

Mobiles Arbeiten könnte durch die Corona-Pandemie in vielen Unternehmen zum Standard werden.

Bild: © Paolese/AdobeStock

Die Corona-Pandemie stellt die Unternehmen auch bei der Organisation von Arbeitsprozessen vor besondere Herausforderungen. Das gilt nicht zuletzt im Bereich der Human Resources: Homeoffice und digitale Zusammenarbeit sind von Trends zu Notwendigkeiten geworden, Vorstellungs- und Feedback-Gespräche finden nicht mehr persönlich, sondern über Video statt. Sogar das Onboarding neuer Mitarbeiter muss größtenteils online umgesetzt werden.

Um seine Mitglieder bei diesen Themen zu unterstützen, hat der VKU das neue VKU-Personalportal gelauncht. Dort wird ein Community-Portal aufgebaut, auf dem sich die kommunalen Unternehmen zu Personalthemen untereinander und mit Mitarbeitern des VKU austauschen können. Nach dem Portal für Verteilnetzbetreiber und dem zu Beginn der Corona-Krise gestarteten Corona-Portal – mit über 1300 Nutzern – ist das Portal für Personalfragen nun ein weiterer Baustein.

Gutes Image als Arbeitgeber

„Damit wollen wir als Verband einen Beitrag leisten, die Arbeit der Personalverantwortlichen zu unterstützen“, sagte Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des VKU, bei einer Webkonferenz zur Vorstellung des Personalportals. Im Übrigen wachse „in einer Zeit, in der viele Menschen in Kurzarbeit sind und Sorge um ihren Arbeitsplatz haben, das Vertrauen in die kommunalen Unternehmen als Arbeitgeber".

Eine Frage sei nun, welche Erkenntnisse aus der Corona-Zeit man für dauerhafte Veränderungen der Arbeitswelt ziehen könne, so Liebing weiter. „Denn vieles wird eben nicht wieder so werden wie vor Corona. Nachhaltige Veränderungen in der Arbeitswelt werden auf uns alle zukommen. Und wir als Verband wollen die Mitglieder bei diesen Veränderungen unterstützen.“

Führung im Homeoffice

Eine wichtige Stellschraube für das Gelingen von New Work in Corona-Zeiten sei angesichts des andauernden Homeoffice das Thema Führung, sagte Kerstin Sarah von Appen, Geschäftsführerin von Appen Consulting, in einem Impulsvortrag im Rahmen der Webkonferenz. Dazu gehöre beispielsweise, die Vermittlung von Visionen und Werten, das Umschalten von Kontrolle auf Empowerment und der Mut zur Reflektion über die eigenen Führungsfähigkeiten. „Digitale Transformation braucht nämlich analoge Empathie“, sagte von Appen.

Diesen Punkt hat Werner Albrecht, Personalgeschäftsführer der Stadtwerke München, im Lockdown mit einem wöchentlichen Blog realisiert. Darin thematisierte er sein eigenes Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten. Das sei sehr gut angekommen, berichtete Albrecht.

Führungskräfte stehen Homeoffice offener gegenüber

Auf der Webkonferenz zog er ein kurzes Fazit der wichtigsten Lehren aus der bisherigen Entwicklung: Viele Führungskräfte, die dem Homeoffice eher reserviert gegenübergestanden hätten, seien dafür jetzt viel offener. Mitarbeiter – vor allem wenn sie sehr lange Anfahrtswege haben – wollten gerne auch weiterhin überwiegend zu Hause arbeiten. Auch dem papierlosen Büro sei man ein Stück näher gekommen. „Wir haben die Chance, einen Sprung zu machen, für den wir sonst zehn Jahre gebraucht hätten“, resümierte Albrecht.

Mehrsprachiges E-Learning

Die besonderen Herausforderungen in der Corona-Zeit eines Unternehmens, das vor allem in der Abfallwirtschaft tätig ist, aber auch für Gebäudereinigung und Mittagsverpflegung in Kitas, für ein Krematorium und einen Zoo zuständig ist, schilderte Steffi Winkler, Abteilungsleiterin Personal und Organisation beim EAD Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen in Darmstadt. „Wir denken über die Ausweitung des mobilen Arbeitens nach“, zog Winkler Bilanz. Dazu gehören auch die mehr Angebote für E-Learning. Dabei setzt der EAD auf einen Anbieter, der Kurse in verschiedenen Sprachen anbietet. (hp)

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