Gehaltstransparenz ist heute gefragter denn je. Zu diesem Ergrebnis kommt der Gehaltsreport 2024 von Stepstone. Fast 90 Prozent der Jobsuchenden geben an, sie würden sich eher bewerben, wenn in der Stellenanzeige das Gehalt genannt sei. Und sechs von zehn Personen sagen sogar: Ich bewerbe mich ohne diese Angabe gar nicht, selbst wenn das Stellenangebot inhaltlich zu mir passen würde.
Deutliches Ost-West-Gefälle bei der Bezahlung
Doch wie gestaltet sich der Verdienst aktuell in Deutschland? Je nach Region müssen Unternehmer*innen unterschiedlich tief in die Gehaltskasse greifen, um im Wettbewerb bestehen zu können. Das Medianeinkommen, also die Mitte aller Brutto-Gehälter, liegt in den Städten Hamburg, München oder Stuttgart besonders hoch. Dagegen verdienen die Menschen im Osten, wie in den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Thüringen oder auch Mecklenburg-Vorpommern, am wenigsten.
Die Diskrepanz reicht von einem durchschnittlichen Brutto-Jahresgehalt im Median von 49.750 Euro in Hamburg bis zu 38.000 in Sachsen. Der prozentuale Gap zwischen Ost und West liegt aktuell bei 17 Prozent.
Akademiker*innen vedienen im Durchschnitt in Baden-Württemberg am besten, gefolgt von Bayern und Berlin, Handwerker in Baden-Württemberg, vor Hamburg und Bayern. In der HR-Branche lässt sich in Hessen das meiste Geld verdienen, danach in Bayern und Baden-Württemberg. Die Branchen, die das meiste Brutto-Durchschnittsgehalt in Deutschland zahlen, sind das Bankwesen, die Luft- und Raumfahrtbranche sowie die pharmazeutische Industrie.
Ein gutes Gehalt ist aktuell die beste Recruiting-Maßnahme
Abgesehen vom Ort und der Branche entscheidet auch die Unternehmensgröße über den Verdienst. Grundsätzlich gilt für alle Arbeitssuchenden: Je größer der Betrieb, umso höher ist auch das Durchschnittsgehalt im Median für Arbeitnehmer*innen.
2023 äußerte sich allerdings fast jede*r zweite Beschäftigte unzufrieden über den Lohn. 17 Prozent aller Mitarbeitenden sind sogar sehr unzufrieden. Dies ist eine Steigerung zum Vorjahr von 46,6 Prozent. Dagegen sind nur vier Prozent sehr zufrieden mit ihrem Geld am Monatsende. Wer also neue Leute sucht, hat über die Gehaltsschiene das erfolgreichste Lockmittel.
Gerechter Lohn für weibliche Mitarbeiter?
Nach wie vor ist der Gender-Pay-Gap ein Grund zum Ärgern: Laut des Reports verdienen Frauen im Durchschnitt in Deutschland immer noch 12,4 Prozent weniger als Männer. Auch hier könnten Chefs mit gutem Vorbild vorangehen und geschlechtsunabhängig ein Gehalt anbieten. Bewerberinnen, die dies über eine Stellenanzeige erfahren, werden mit Sicherheit für solch ein Unternehmen arbeiten wollen. (ah)
Der Gehaltsreport 2024 von Stepstone basiert auf einer der größten Gehaltsdatenbanken in Deutschland mit Einkommensangaben unter Berücksichtigung von Ort und Region, Berufsgruppe, Branche oder auch Berufserfahrung. Diesmal wurden 921.973 Vergütungsdaten von Vollbeschäftigten ausgewertet, erhoben im Zeitraum von Januar 2021 bis November 2023.



