Kinderleicht: Mit der richtigen Software laden E-Mobile automatisiert Strom zur günstigsten Zeit.

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Bild: © standret/Adobe Stock

Eine aktuelle Analyse des Vergleichsportals Verivox kommt zu dem Ergebnis, dass ein dynamischer Tarif sich aktuell nur für die wenigsten Haushalte lohnt. Demnach bezogen Haushalte im ersten Halbjahr 2026 Strom mit wettbewerblichen Festpreistarifen günstiger als mit dynamischen Tarifen. Selbst wenn eine dreiköpfige Familie ihren Verbrauch teilweise in günstige Stunden verlagerte, zahlte sie im Durchschnitt bis zu 123 Euro mehr.

Eine Studie von Neon hingegen kam im vergangenen Jahr zu dem Ergebnis, dass sich ein dynamischer Stromtarif schon mit einem Heimspeicher lohnt. Zudem profitiere die Energiewende von den dynamischen Tarifen. Die Studienergebnisse dürften stark von den getroffenen Annahmen und Entwicklungen am Strommarkt abhängen. Die Verivox-Studie bezieht sich zudem nicht auf die Optimierung mit weiteren Elementen wie einer Solaranlage und Heimspeicher.

Dynamische Tarife schlagen örtliche Grundversorgungstarife

Ein Drei-Personen-Haushalt bezahlte laut Verivox mit einem dynamischen Tarif, bei dem sich der Strompreis fortlaufend an den Strombörsenpreisen ausrichtet, im ersten Halbjahr 2026 rund 645 Euro. Wer Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner flexibel zu den günstigsten Zeiten des Tages nutzte, konnte diese Stromkosten um rund 41 Euro auf 604 Euro senken. Das liegt deutlich unter der Grundversorgung mit 787 Euro, aber über dem günstigsten Festpreisangebot von 481 Euro.

Pendler mit E-Auto profitieren am stärksten

Für E-Auto-Besitzer seien dynamische Stromtarife am interessantesten. Ein Drei-Personen-Haushalt, der ein E-Auto zum Pendeln nutzt, kam in einem dynamischen Tarif im ersten Halbjahr 2026 auf Stromkosten von rund 821 Euro. Allerdings ist auch in diesem Szenario der Festpreistarif mit 726 Euro noch günstiger.

Die Kosten im dynamischen Stromtarif können noch niedriger werden, wenn gleichzeitig niedrigere zeitvariable Stromnetzgebühren für das E-Auto in Anspruch genommen werden. Diese sind vielerorts aber noch nicht von den Stromnetzbetreibern umgesetzt worden.

"Erst die Kombination aus günstigen Börsenstrompreisen und zeitvariablen Netzentgelten macht dynamische Stromtarife zu Preisführern im Bereich E-Autos", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

Wettbewerbliche Festpreistarife unterbieten dynamische Tarife

Der Vergleich zeigt laut Verivox: Die größten Ersparnisse erzielten Verbraucher durch einen Wechsel zu einem günstigen Festpreistarif mit Neukundenbonus. Doch auch ohne Neukundenbonus blieben Festpreistarife in den meisten Fällen günstiger als dynamische Tarife. Die Kosten im günstigsten Festpreistarif ohne Bonus lagen für einen Drei-Personen-Haushalt bei 588 Euro und für Pendler mit E-Auto bei 889 Euro. Damit waren die Kosten im ersten Halbjahr 2026 immer noch niedriger als im verbrauchsoptimierten Haushalt mit dynamischen Stromtarif ohne E-Auto. Nur im Szenario mit E-Auto schnitt der dynamische Stromtarif besser ab als der günstigste Festpreistarif ohne Bonus.

Methodik der Analyse

Die Berechnung basiert auf dem BDEW-Standardlastprofil H25. In diesem werden statistische Mittelwerte zur Zeit und Höhe des Stromverbrauchs eines typischen Haushalts angegeben. Es wurde auf einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 kWh angewandt. Die Börsenpreise basieren auf den Day-Ahead-Auktionsergebnissen der EPEX Spot, wo Strom für den Folgetag viertelstundenweise gehandelt wird.

Basis-Szenario: Dynamischer Tarif ohne Verhaltensänderung entsprechend dem H25-Standardlastprofil und einem Verbrauch von 4000 kWh pro Jahr.

Flex 15: 15 Prozent des täglichen Verbrauchs (Waschmaschine, Spülmaschine, Trockner) werden aus der Abendspitze (18-22 Uhr) in die drei günstigsten Stunden des Tages verschoben (Gesamtverbrauch 4000 kWh/Jahr).

Flex 15 + E-Auto: Zusätzlich zum flexibilisierten Haushalt (4000 kWh/Jahr) wird ein E-Auto mit 2000 kWh Jahresverbrauch simuliert, der Gesamtverbrauch liegt somit bei 6000 kWh. Das Fahrzeug lädt nächtlich (22-6 Uhr) in den günstigsten Stunden. Für den dynamischen Stromtarif wurde zusätzlich eine pauschale Stromnetzentgeltreduzierung in Höhe von 75 Euro netto für das erste Halbjahr 2026 eingerechnet (Rabatt für steuerbare Verbrauchseinrichtungen Modul 1).

Verglichene Tarifmodelle
Für den dynamischen Stromtarif wurden Zusatzkosten von 0,731 Cent/kWh netto sowie eine Grundgebühr von 5,03 Euro pro Monat veranschlagt, was den im Juni 2026 günstigsten auffindbaren Tarifkonditionen entspricht. Der Vergleich erfolgt mit dem Bundesdurchschnitt der günstigsten Festpreistarife mit Preisgarantie und einer Vertragslaufzeit von zwölf Monaten mit und ohne Bonus. Bei den Grundversorgungstarifen wurden die monatlichen Durchschnittspreise der rund 800 Strom-Grundversorger in Deutschland berücksichtigt. (Quelle: Verivox)

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