Mit dynamischen Tarifen können die Kunden Energiekonsum und -kosten optimieren.

Mit dynamischen Tarifen können die Kunden Energiekonsum und -kosten optimieren.

Bild: © Adobe Stock/Daisy Daisy

Von Pauline Faust

Dynamische Stromtarife lohnen sich für Haushalte mit flexiblem Verbrauch, auch wenn sie nur einen Batteriespeicher haben. Das legt eine neue Studie des Beratungsunternehmens Neon Neue Energieökonomik im Auftrag des Energieversorgers Naturstrom nahe.

"Mich hat es überrascht; mit einem Homespeicher kann man schließlich nur von Schwankungen am Day-Ahead-Markt profitieren", sagt Anselm Eicke, Studienautor und Partner bei Neon. Nach Abzug der Investitionskosten lassen sich, laut der Erhebung, die Stromkosten um bis zu acht Prozent senken. Ein kleiner untersuchter Speicher führe so zu einer jährlichen Netto-Ersparnis von etwa 50 Euro. Wichtig: Die Batterie darf nicht zu groß dimensioniert sein, sonst drohen kaum genutzte Überkapazitäten.

Am meisten spart naturgemäß die Verlagerung der großen Verbrauche. Mit optimiertem Laden eines E-Autos mit durchschnittlicher Nutzung lassen sich demnach rund 30 Prozent seiner Ladestromkosten einsparen. In Kombination mit zeitvariablen Netzentgelten und einem Rabatt nach §14a EnWG, reduzieren sich die Ladekosten sogar um bis zu 82 Prozent.

Ein ähnlicher Effekt zeigt sich bei Haushalten mit Wärmepumpe: Die Stromkosten für eine Wärmepumpe, die intelligent heizt, liegen sechs Prozent unter den Kosten mit Festpreistarif. Über Vergünstigungen bei den Netzentgelten lässt sich auch hier die Ersparnis deutlich auf bis zu 28 Prozent erhöhen.

"Ich sehe die variablen Netzentgelte als Hebel für die dynamischen Tarife", sagt Eicke. "Sie machen die Tarife noch attraktiver."

Studie belegt auch Systemdienlichkeit

Gewinner eines Wechsels sind jedenfalls nicht nur Stromkund:innen mit Flexibilisierungspotenzial, sondern auch die Energiewende. "Dynamische Tarife reizen eine flexiblere Stromnachfrage an. Dadurch wird Ökostrom von Solar- und Windanlagen genutzt, die sonst abgeschaltet werden müssten", erklärt Naturstrom-Vorstand Oliver Hummel.

Auch diesen Effekt zeigt die Neon-Studie: Ein intelligent geladenes E-Auto nutzt bis zu 42 Prozent Strom, der ansonsten aufgrund negativer Börsenstrompreise abgeregelt worden wäre. Für Wärmepumpen und kleine Solo-Batteriespeicher stellt die Studie diesen Effekt auch fest, wenn auch deutlich weniger ausgeprägt.

So wurde untersucht

Die Studie vergleicht für verschiedene Konstellationen die Stromkosten-Festpreistarife und dynamischen Tarife bei Naturstrom anhand der Börsenstrompreise von September 2024 bis Ende August 2025.

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