Die Stadt Teterow in Mecklenburg-Vorpommern hat eine Ausfallbürgschaft über 1,6 Milliarden für ihre Stadtwerke bis Ende des Jahres verlängert. Zuvor hatte die Rechtsaufsichtsbehörde des Landkreises Rostock die Verlängerung der Bürgschaft nach rechtlicher Prüfung genehmigt. Die Bürgschaft deckt laut Pressemitteilung der Stadt 80 Prozent einer bestehenden Kreditlinie über insgesamt zwei Millionen Euro ab, die bei der Ostseesparkasse Rostock geführt wird.
"Ohne diese kommunale Unterstützung hätte die Kreditlinie nicht verlängert werden können; dadurch wäre die Zahlungsfähigkeit der Stadtwerke und damit der Fortbestand des Unternehmens erheblich gefährdet gewesen", heißt es weiter in der Pressemitteilung der Stadt.
Defizitäre Glasfasersparte
Neben den Anforderungen der Energiewende und schwankenden Beschaffungspreisen infolge des Ukraine-Krieges belasten mehrere Sondereffekte die Liquidität des kommunalen Versorgers. Dazu zählten erhebliche Forderungsausfälle im Zusammenhang mit der Insolvenz der benachbarten Stadtwerke Laage im vergangenen Jahr, an der die Stadtwerke Teterow zu 25 Prozent beteiligt waren und deren Betriebsführung sie verantwortete.
Hinzu kommen strukturelle Herausforderungen, etwa die derzeit defizitäre Glasfasersparte, sowie die kurzfristige Vorfinanzierung von CO₂-Zertifikaten im Rahmen des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) in Höhe von rund 700.000 Euro, für die der Lieferant unerwartet Vorkasse verlangt habe.
Strategische Neuausrichtung ist das Ziel
Die Bürgschaft soll dabei helfen, die Zeit zu überbrücken bis eingeleitete Sanierungs- und Konsolidierungsmaßnahmen greifen. Zur nachhaltigen Verbesserung der wirtschaftlichen Stabilität erarbeiten die Stadtwerke ein fundiertes Zukunftskonzept. Hierbei werden sie von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) unterstützt. Die erste Ist-Aufnahme sei abgeschlossen; im nächsten Schritt soll nun die strategische Neuausrichtung folgen.
Ziel sei es, die wirtschaftliche Stabilität der Stadtwerke durch das Zukunftskonzept so zu stärken, dass die kommunale Bürgschaft perspektivisch nicht mehr brauche, erklärte Bürgermeister Andreas Lange. Die Stadtwerke Teterow gehören zu 100 Prozent der Stadt. Neben der Strom, Erdgas-, Fern- und Nahwärmeversorgung ist sie unter anderem auch für die kaufmännische und technische Betriebsführung für den Zweckverband "Wasser/Abwasser Mecklenburgische Schweiz" zuständig.