Unternehmen

Gasimporteur VNG bekommt neues Kapital - Einigung der Anteilseigner

Die Kapitalerhöhung erfolgt in einem zweistufigen Verfahren. Zwei VNG-Vorstände freuen sich unterdessen über die Verlängerung ihrer Verträge.
16.12.2022

Die VNG mit Sitz in Leipzig ist massiv von der Gaskrise betroffen.

Der Leipziger Gasimporteur VNG bekommt über eine Erhöhung des Eigenkapitals rund 850 Millionen Euro. Das haben die Anteilseigner EnBW, die VNG Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft (VUB) sowie die OEW Energie-Beteiligungs GmbH am Donnerstag auf einer außerordentlichen Hauptversammlung beschlossen, wie VNG mitteilte.

Anfang Dezember war bereits bekannt geworden, dass der Importeur mehrere Hundert Millionen Euro vom Staat erhalten wird. Deshalb zog der Konzern einen Anfang September gestellten Antrag auf sogenannte Stabilisierungsmaßnahmen zurück. VNG hatte diesen gestellt, weil der Konzern Gas infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine teurer einkaufen musste, als er es verkaufen durfte. Die verbleibenden wirtschaftlichen Belastungen würden gemeinsam mit den Anteilseignern getragen, hatte VNG Anfang Dezember weiter mitgeteilt.

Zweistufiges Verfahren

Die Kapitalerhöhung erfolgt nun in einem zweistufigen Verfahren. EnBW, das 74,21 Prozent an VNG hält, sowie OEW zahlen ihren Anteil bis Ende des Jahres ein. Die VUB, die die Anteile von ostdeutschen Stadtwerken bündelt, hat bis zum 31. Mai 2023 Zeit. Sollte sie das Bezugsrecht nicht wahrnehmen, würde dieses an EnBW und OEW fallen.

Zudem hat der Aufsichtsrat der VNG vorzeitig die Bestellung von Hans-Joachim Polk und Bodo Rodestock als Mitglieder des Vorstands bis ins Jahr 2028 verlängert. Damit besteht der Vorstand der VNG unverändert aus Ulf Heitmüller (Vorstandsvorsitzender), Hans-Joachim Polk (Vorstand für Infrastruktur/Technik) und Bodo Rodestock (Vorstand Finanzen/Personal). (amo/mit dpa)