Über die neueste Bilanz aus Gelsenkirchen wird man sich in Bochum und Dortmund freuen. Der Gelsenwasser-Konzern meldet ein stabiles Ergebnis und schüttet 84 Millionen Euro Gewinn an die Beteiligungsgesellschaft der Stadtwerke Bochum und der Dortmunder DSW21 aus. Das ist ein wichtiger Ertragsbringer für die beiden Stadtwerke.
Das vergangene Jahr war für die Gelsenkirchener von Neustrukturierung geprägt: "Um weiterhin nachhaltig ökonomisch erfolgreich zu sein, haben wir unsere Geschäftsfelder neu strukturiert", erläutert Gelsenwasser-Vorstandsvorsitzender Henning R. Deters. Das Unternehmen hat seine Aktivitäten seit Jahresbeginn 2026 in neun Geschäftsfelder gebündelt.
Rückgänge bei Strom und Gas
Auch wenn organisatorisch sich viel bewegt, bleibt die Finanzlage stabil: Der Konzernjahresüberschuss betrug 2025 103,5 Millionen Euro und lag damit 13,8 Millionen Euro niedriger als der Vorjahreswert, der laut Konzern stark durch Sondereffekte wie die Wertaufholung bei einer Beteiligung und Rückstellungsauflösungen geprägt war.
Den größten Anteil am Umsatz hat die Gasversorgung mit 1965,9 Millionen Euro, weit vor Strom (476 Millionen) und Wasser (253 Millionen). Der Gasabsatz des Konzerns verminderte sich 2025 um drei Prozent auf 47,7 Terawattstunden (TWh), was in erster Linie auf rückläufige Gashandelsaktivitäten zurückzuführen sei. Ohne die Berücksichtigung dieser Mengen aus der zentralen Gasbeschaffung ist der Gesamtabsatz um 0,2 TWh gesunken; das betraf fast ausschließlich die Abgabe an Sondervertragskundschaft.
Der Stromabsatz des Gelsenwasser-Konzerns verminderte sich 2025 um 26,7 Prozent auf 4,6 TWh. Die Minderabgabe entfiel ausschließlich auf die zentrale Strombeschaffung (-1,7 TWh). Im Sonderkundschaftsgeschäft des klassischen Vertriebs konnte das Unternehmen einen Anstieg von 11,9 Prozent verzeichnen.
Außerdem konnten die Gelsenwasser-Konzernunternehmen 2025 Gas- und Stromlieferverträge mit Weiterverteiler und Industriekundschaft verlängern oder neu abschließen. Die erwartete Absatzmenge für die Lieferjahre 2025 bis 2030 liegt für Gas bei rund 929 Gigawattstunden, für Strom bei rund 292 Gigawattstunden.
Gelsenwasser als Netzbetreiber
Mit der Gemeindewerke Wachtendonk GmbH wurde am 15. Juli 2025 ein Pachtvertrag über das Gasversorgungsnetz in Wachtendonk abgeschlossen; seit Jahresbeginn 2026 führt die Gelsenwasser Energienetze (GWN) dort den Netzbetrieb durch. Zum Jahresbeginn 2026 übernahm GWN zudem den Gasnetzbetrieb in Castrop-Rauxel. Das Netz wird von der Stadtwerke Castrop-Rauxel GmbH gepachtet.
In 2025 hat GWN das Hochdruck-Gasverteilnetz an die neu gegründete Gelsenwasser Energienetze HD-Netz verpachtet, die seit Jahresbeginn 2026 als Netzbetreiberin für das Hochdrucknetz zuständig ist.
Fokusthema Kreislaufwirtschaft
Immer mehr Bedeutung gewinne bei Gelsenwasser der Ausbau der Kreislaufwirtschaft. "Wir sehen im Wasser- und Abwasserbereich große Chancen, Wertstoffkreisläufe zu schließen und ökonomisch nachhaltige Prozesse zu etablieren", so Vorständin Agnes Janda. "Klärschlammverwertung und Phosphor-Recycling sind dabei zentrale Themen." Gelsenwasser habe bereits zwei Anlagenprojekte zur thermischen Klärschlammverwertung mit Partnern umgesetzt; die Anlagen in Bitterfeld-Wolfen und Bremen seien im Regelbetrieb.
"Und wir gehen ganz konkrete Schritte, um für die gesetzliche Pflicht zum Phosphor-Recycling aus Klärschlamm bundesweit Lösungen anzubieten", so Janda. In Zusammenarbeit mit der schwedischen Technologiepartnerin Easy Mining wird die exklusive Anwendung des Ash2®Phos-Prozesses in Deutschland umgesetzt, um phosphorhaltige Produkte aus Klärschlammasche auf den Markt zu bringen.



