Jürgen Bayer bleibt weitere fünf Jahre Geschäftsführer der Stadtwerke Bayreuth.

Jürgen Bayer bleibt weitere fünf Jahre Geschäftsführer der Stadtwerke Bayreuth.

Bild: © SW Bayreuth

Die Stadtwerke Bayreuth haben ein schwieriges Geschäftsjahr 2022 hinter sich. Zwar machte der Umsatz im Konzern einen Sprung auf 150 Millionen Euro. Demgegenüber steht allerdings ein Verlust von 2,4 Millionen Euro, das teilten die Bayern am Freitag mit. Im Vorjahr verbuchte das Unternehmen noch einen Gewinn von rund 700.000 Euro. Im Pandemiejahr 2020 war hingegen auch ein Verlust (390.000 Euro) zu verzeichnen.

Grund für das Minus sei vor allem das Energiegeschäft, das unter den Folgen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine litt. „Die Energiekrise hat auch uns mit voller Wucht getroffen“, sagt Jürgen Bayer, Geschäftsführer der Stadtwerke Bayreuth. „Und das in mehrfacher Hinsicht.“

Unter anderem mussten die Stadtwerke kurzfristig Energiemengen zu teuren Preisen für Neukunden kaufen. „Bis in den Herbst hinein waren wir deutlich günstiger als die Konkurrenz, weil wir Energie langfristig in den Vorjahren zu günstigeren Konditionen gekauft haben“, sagt Bayer.

„Das war gut für alle Kunden. Auch für jene, die im Jahresverlauf zu uns gewechselt sind – für diese mussten wir allerdings kurzfristig Energie zu extrem teuren Preisen kaufen.“ Als örtlicher Grundversorger ist das Stadtwerk hier seiner gesetzlichen Pflicht nachgekommen.

Über das Netzgebiet hinaus Grundversorgungs-Tarif

„Wir haben für die Menschen aber noch deutlich mehr getan: Wir haben auch unsere Tarife in unserem Netzgebiet abseits der Grundversorgung im Gegensatz zu vielen anderen Energieanbietern nie für Neukunden geschlossen, weil wir auch in der Krise ein fairer und verlässlicher Partner sind.“

Im Vergleich zum Vorjahr erzielten die Stadtwerke daher in der Energie- und Wassersparte rund 2,4 Millionen Euro weniger nach Steuern – in Summe waren es im Jahr 2022 7,3 Millionen Euro. So konnte das gestiegene Defizit der Sparte Verkehr und Bäder von 8 Mio. Euro nicht ausgeglichen (Vorjahr: -6,8 Mio. Euro).

Weiterhin hoch blieben die Investitione. Im Geschäftsjahr 2022 waren es 10,3 Millionen Euro – beispielsweise in die Stromversorgung mit der Erneuerung eines Schalthäuser.

Wirtschaflich gesund, hohe Investitionen nötig

Wirtschaftlich sei das Unternehmen weiterhin im Kern gesund, allerdings zeichnen sich schon heute äußerst kapitalintensive Projekte ab, die die Stadtwerke Bayreuth in den kommenden Jahren stemmen müssen.

„Wir haben schon kurz- bis mittelfristig enorme Investitionen vor der Brust, die im deutlich dreistelligen Millionenbereich liegen werden: Wir brauchen den Neubau unserer Firmenzentral. Das eine betriebliche Notwendigkeit, bei der wir hauptsächlich auf Funktionalität und Kosteneffizienz achten“, sagt der Geschäftsführer.

Außerdem soll in den kommenden Jahren die Busflotte aller Voraussicht nach auf Wasserstoff umgestellt werden, wofür der Wasserstoff selbst hergestellt werden soll. Hinzukommen Aufwendungen für die Wärme- und Energiewende.

Fremdkapital gebraucht

Ohne Fremdkapital werde die nötige Investitionsoffensive nicht gelingen. „Vor allem im Bereich der nachhaltigen Stromerzeugung werden Bürgerbeteiligungen wichtig werden. Daneben muss es natürlich unser Ziel sein, möglichst viel Geld selbst zu erwirtschaften“, betont Jürgen Bayer.

Es gelte, bestehende Geschäftsfelder zu sichern und auszubauen und neue zu erschließen. So würden künftig beispielsweise die Themen Glasfaser, E-Mobilität und Energiedienstleistungen eine größere Rolle einnehmen.

Noch keine Preissenkungen

Hauptaufgabe sei derzeit, die Nachwehen der Energiekrise zu überstehen. “Wir verkaufen vor allem jene Energie, die wir im vergangenen Jahr während der Hochpreisphase eingekauft haben. Wir können die Preise vermutlich erst im vierten Quartal dieses Jahres senken. Ich hoffe, dass die Kunden der Stadtwerke ein Langzeitgedächtnis haben und sich daran erinnern, wer in Krisenzeiten an ihrer Seite stand und wer sich aus dem Staub gemacht hat“, resümiert Jürgen Bayer. (pfa)

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