Die Stawag startet mit der neuen Rolle als wMSB vorerst im regionalen Umfeld.

Die Stawag startet mit der neuen Rolle als wMSB vorerst im regionalen Umfeld.

Bild: © Stawag/Wussow

Alle Analysen hätten gezeigt, dass sich die Stadtwerke Aachen AG (Stawag) und der Versorger Enwor (Energie und Wasser vor Ort GmbH) aus dem benachbarten Ort Herzogenrath „hervorragend ergänzen“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Aachen. „Von einem größeren Unternehmen profitieren alle Beteiligten in der Region“, erklärte die Aachener Bürgermeisterin Sibylle Keupen. So könnten beispielsweise mehr Synergien wie Einkaufsvorteile erschlossen werden. Dem Vernehmen nach gab es bereits mehrere Versuche die kleinteilige Struktur vor Ort zu arrondieren. Zuletzt sei ein Versuch vor zwanzig Jahren kurz vor dem Notartermin geplatzt.

Durch die Fusion, die noch von den kommunalen Gremien abgesegnet werden muss, würde ein Unternehmen mit insgesamt 1.300 Mitarbeitenden und einem Umsatz von rund 880 Mio. Euro entstehen. Den Planungen zufolge soll Enwor (131 Mio. Euro Umsatz) das gesamte Geschäft mit allen Vermögenswerten, Beteiligungen und Aufgaben in die Stadtwerke Aachen (750 Mio. Euro Umsatz) einbringen und im Gegenzug 25,1 Prozent der Anteile erhalten. Die Aachener Holding E.V.A., über welche die Stadt die Gewinne und Verluste ihrer kommunalen Dienstleister gegeneinander verrechnet, hält dann nur noch 74,9 Prozent der Anteile an der Stawag.

Im Querverbund mehr Geld für Investitionen

Die Entscheidung über den Zusammenschluss soll spätestens bis Ende des Jahres endgültig fallen, wie die Stadt Aachen weiter mitteilte. Der Start für das operative Geschäft ist für den 1. Oktober 2024 vorgesehen.

Da es nach neu aufgestellten Wirtschaftsplänen sowohl bei der Aachener Holding als auch bei der Enwor in den kommenden vier Jahren pro Jahr ein Plus von mehreren Millionen Euro geben soll, erwartet die Aachener OB Keupen im Querverbund mehr Geld für Investitionen, etwa für den öffentlichen Nahverkehr, berichtet die Aachener Zeitung.

Aufsichtsrat und Vorstand werden vergrößert

Im Zuge des Zusammenschlusses soll der Stawag-Aufsichtsrat um drei Enwor-Vertreter vergrößert, der Vorstand vorübergehend mit einer von der Enwor benannten Personalie auf drei Köpfe erweitert werden, heißt es in der Regionalpresse weiter. Laufende Verträge bleiben demnach zunächst unverändert bestehen. Die leicht unterschiedlichen Enwor- und Stawag Tarife sollen später „sukzessive“ angepasst werden.

In den Fusionsverträgen sei ein Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen vorgesehen, wird Herzogenraths Bürgermeister Benjamin Fadavian zitiert. Die knapp 300 Enwor-Mitarbeitenden sollen komplett in die Stawag mit fast 1.000 Beschäftigten integriert und dort entsprechend ihrer Tätigkeitsfelder auf die verschiedenen Gesellschaften aufgeteilt werden. Die Zentrale der Stawag bleibt den Planungen zufolge in Aachen. Der Enwor-Standort in Herzogenrath soll dennoch bestehen bleiben. (hil)

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