Die Abo Wind AG hat ihr Jahresergebnis wieder verbessert. Es kletterte von 11,4 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2019 auf 13,1 Mio. Euro für 2020 nach oben. Der Umsatz stieg um rund 23 Mio. Euro auf 149,2 Mio. Euro an, teilt das Unternehmen mit. Laut dem Projektierer machen sich die Unternehmungen von vor fünf Jahren nun bezahlt: Unter anderem erweiterte die Aktiengesellschaft das Kerngeschäft um Solartechnologie und erweiterte seinen Wirkungsbereich von acht auf 16 Länder.
Gemessen an der elektrischen Leistung war das größte in einem Geschäftsjahr umgesetzte Einzelprojekt 2020 erstmals kein Wind-, sondern ein Solarpark. Die Photovoltaikmodule mit einer Gesamtleistung von 38 Megawatt produzieren nun im griechischen Megala Kalyvia Strom.
600 Megawatt-Projekte in der Pipeline
Im Geschäftsjahr 2020 steuerten elf Länder jeweils mindestens 200.000 Euro zum Konzernumsatz bei. 2018 waren es bereits sieben Länder, 2019 acht Länder. Neben dem Heimatmarkt Deutschland, dessen Anteil 2020 um rund sieben Prozent auf 35 Prozent gesunken ist, trugen insbesondere Frankreich (24 Prozent) sowie Griechenland (15 Prozent) zum Gesamtumsatz bei.
"Auch für die kommenden Geschäftsjahre sind die Aussichten sehr gut", sagt Vorstand Matthias Bockholt. Anlass zur Zuversicht gibt insbesondere der weiter gewachsene Bestand an Projekten in der Entwicklungs- sowie Errichtungsphase. In 16 Ländern auf vier Kontinenten arbeitet das Unternehmen aktuell an neuen Wind- und Solarparks sowie in kleinerem Umfang auch an Speichern mit einer Gesamtkapazität von rund 15 Gigawatt.
Finnland und Spanien attraktive Standorte:
Aktuell befinden sich Projekte mit einer Kapazität von 600 Megawatt in der Errichtungsphase. Die Inbetriebnahmen sind in diesem und im kommenden Jahr zu erwarten. Darunter sind die ersten Windparks mit einer dreistelligen Megawattleistung, die Abo Wind ans Netz bringen wird.
Finnland und Spanien haben für den Projektierer in den jüngsten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Bockholt erläutert: "Beide Länder verfügen über große Flächen, die sich hervorragend zur regenerativen Stromerzeugung eignen." Es spreche viel dafür, dass das Unternehmen in den kommenden Jahren weitere sehr große Windparks in Finnland und in Spanien zusätzlich Solarparks errichten werden.
Batteriespeicher werden dritte technologische Säule
Über Gewinnrücklagen und die Ausgabe neuer Aktien hat das Unternehmen das Eigenkapital 2020 um annähernd 40 Mio. Euro auf nunmehr gut 140 Mio. Euro gesteigert. Das sei eine gute Basis, um künftig solche Großprojekte auch auf eigenes Risiko und mit eigenen Mitteln schlüsselfertig umzusetzen, sagt Bockholt. "Dennoch werden wir die Rechte einzelner Projekte aus unserer großen Entwicklungspipeline auch weiterhin schon in der Entwicklungsphase verkaufen, wenn die Situation dafür günstig ist", so Bockholt.
Parallel zur finanziellen Basis hat ABO Wind sich auch inhaltlich weiter verbreitert: Batteriespeicher sind auf dem Weg – neben Wind und Solar – zur dritten technologischen Säule im Kerngeschäft der Projektentwicklung und -errichtung zu werden. Nachdem ABO Wind 2020 bereits ein kleines Batterieprojekt (0,2 Megawatt) für die Abfallentsorgung im Kreis Kassel umgesetzt hat, befindet sich aktuell ein mit 50 Megawatt Leistung deutlich größeres Batterieprojekt im nordirischen Kells in der Umsetzungsphase und soll 2022 ans Netz gehen. Ebenfalls in der Umsetzung sind drei sogenannte Hybridprojekte mit zusammen 10 Megawatt Leistung in Deutschland, die sowohl Solar- wie Batterietechnik nutzen und bei der Innovationsausschreibung der Bundesnetzagentur im Vorjahr Tarifzuschläge erhalten haben. (gun)



