Der Windpark Gorde Wind 1 und 2 nahe der niederländischen Küste

Der Windpark Gorde Wind 1 und 2 nahe der niederländischen Küste

Bild: © Orsted

"Das nächste Jahr wird von Eurobar bestimmt", sagt Klaus Kleinekorte. Der Technische Geschäftsführer von Amprion meint damit ein europaweites Netz, das Offshore-Windparks verbindet. Ziel des Dortmunder Übertragungsnetzbetreibers ist es, einen Beitrag zu Klimazielen in Deutschland und Europa zu leisten.

Das Konzept soll modular und systemisch sein. So soll es sukzessive ausgebaut werden und ein Baustein im europäischen Energiesystem sein. Hintergrund ist, dass die Nordsee-Anrainerstaaten bis 2050 ein Offshore-Potenzial von etwa 200 GW erschließen wollen.

Offshore-Strom grenzüberschreitend transportieren

Die neue Generation der Offshore-Plattformen soll so geplant werden, dass sie an Eurobar angeschlossen werden könnten – zunächst nur auf nationaler, perspektivisch auch auf internationaler Ebene. Strom soll grenzüberschreitend dorthin transportiert werden, wo er gebraucht wird. Amprion geht davon aus, dass sich so auch der Bedarf für zusätzlichen Netzausbau an Land senken ließe. Außerdem soll die frühzeitige Verknüpfung der Offshore-Windraftanlagen langfristig zur Kostendämpfung führen.  

Für das Konzept ist es essenziell, dass das Vorhaben Partner findet. "Wir sind mit unseren europäischen TSO-Nachbarn im Gespräch", so Kleinekorte bei der Amprion-Jahrespressekonferenz. Auch bei ENTSO-E, dem Verband Europäischer Übertragungsnetzbetreiber, will Amprion das Eurobar-Konzept vorantreiben.

Neue Plattformen werden ab 2030 gebaut

Ein weiterer wichtiger Punkt ist für Amprion die Kommunikation mit Geräteherstellern und Ausstattern, die Technologie für Offshore-Plattformen herstellen. Zukünftige Anforderungen für Eurobar-Anschlüsse sollen gemeinsam mit den Industriepartnern entwickelt werden.

Übergeordnetes Ziel von Eurobar sei es, ein Gesamtsystem für Onshore- und Offshore-Energie zu entwickeln. Es könne auch mit anderen Sektoren verbunden werden, etwa über die Power-to-Gas-Technologie.

Erste Reaktionen auf Eurobar

Der Baubeginn für die neuen Plattformen ist zwar erst 2030 geplant. Somit kann auch Eurobar erst in zehn Jahren eingesetzt werden. Doch der weite Planungshorizont sei notwendig. Zum einen, um vorbereitende Arbeiten abschließen zu können, zum anderen aber auch wegen genehmigungsrechtlicher Erfordernisse. Dann sollen die technischen Anlagen aber laut Amprion "viele Jahre" in Betrieb sein.

Stefan Thimm, Geschäftsführer des Bundesverbands der Windparkbetreiber Offshore (BWO), begrüßt das neue Amprion Konzept. In einer Pressemitteilung sagt er: "Eurobar ist aus unserer Sicht ein weiterer spannender Ansatz zur europäischen Integration von Offshore-Strom und ein willkommener Beitrag zur langfristigen Versorgungssicherheit aus erneuerbaren Energien." (agr)

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