Das Defizit hatte sich abgezeichnet, jetzt ist es offiziell: Die Stadtwerke Arnsberg haben das Geschäftsjahr 2018 mit einem Minus von 1,5 Mio. Euro abgeschlossen. Das geht aus der vorläufigen Abschlussbilanz hervor, die laut einem Artikel der "Westfalenpost" Anfang dieser Woche im Haupt- und Finanzausschuss und im Rat vorgelegt wurde, im Vorjahr hatte der Kommunalversorger noch eine schwarze Null ausgewiesen. Die Negativentwicklung hatte bereits im Herbst zur Ablösung von Geschäftsführer Karlheinz Weißer geführt.
Aufgrund des Ergebniseinbruchs können die Stadtwerke weder eine Konzessionsabgabe Wasser noch eine Dividende an die Stadt Arnsberg abführen. Insbesondere die ambitionierten Umsatzziele im Produkt- und Projektgeschäft im Rahmen der Netzwerkplattform Campus konnten laut dem interimistischen Stadtwerke-Chef Wolfgang Schomberg trotz hohem Ressourceneinsatz nicht erreicht werden. Im Wirtschaftsplan 2018 war offenbar mit deutlich höheren Einnahmen kalkuliert worden. Ziel des Campus ist vor allem die Entwicklung anwenderorientierter Produkte gemeinsam mit Kunden, Fach- und Kooperationspartnern. Hier wurden im ersten Quartal bereits Erlöse in Höhe von 30.000 Euro erreicht.
"Konzentration auf das Kerngeschäft"
Maßgeblich zum Defizit beigetragen hat auch die Sanierung der Altstadtgarage, für die die Stadtwerke knapp eine Mio. Euro aufwendeten. Künftig will das Unternehmen die Konzentration vor allem auf das Kerngeschäft, sprich die Wasserversorgung und deren Netze sowie auf den Abwasserbereich und Parkraum legen. "Hier laufen die Geschäfte gut", erklärte Schomberg auf Zfk-Anfrage. Freude macht ihm zudem die Entwicklung der gemeinsamen Vertriebsgesellschaft mit den Stadtwerken Soest. Diese hat innerhalb von drei Jahren über 10.000 Strom- und Gaskunden gewonnen und liefert bereits einen signifikanten Ergebnisbeitrag an die beiden kommunalen Unternehmen.
Wachstumspotenzial sieht der Arnsberger Stadtwerkechef aktuell vor allem im Contractingbereich, sowohl bei Heizungen, PV-Anlagen und Energiespeichern. "Grundsätzlich sehe ich die Stadtwerke Arnsberg gut aufgestellt. Im laufenden Jahr wollen wir wieder eine Konzessionsabgabe Wasser an die Stadt abführen, Ziel in diesem Jahr ist eine schwarze Null", bekräftigt Schomberg. 2020 soll neben der Konzessionsabgabe auch wieder eine Dividende an die Kommune gezahlt werden.
Campus hat Zukunftspotenzial
Ungeachtet der bisher deutlich verfehlten Umsatzziele im Campusbereich sieht Schomberg dennoch Zukunftspotenzial für das Kompetenzzentrum und bescheinigt ihm zudem eine "positive Außendarstellung". Im laufenden Jahr habe man im Campus beispielsweise bereits sehr gute Einnahmen im Bereich Vermietung und Veranstaltungen erzielt, "bei der Bevölkerung komme die Einrichtung weitestgehend gut an". Der 63-jährige Schomberg selbst wird Ende des Jahres in den Ruhestand gehen, das Auswahlverfahren für die Nachbesetzung des Geschäftsführer-Postens läuft bereits, spätestens ab dem vierten Quartal diesen Jahres soll der Nachfolger eingearbeitet werden. (hoe)



