Der Kundenbestand des Freiburger Energiedienstleisters Badenova ist durch die Lieferstopps und Insolvenzen von Energiediscountern im vergangenen Jahr um zwei Prozent gewachsen. Auch die Neukundenakquise sowie das Bestandskundengeschäft hätten sich gut entwickelt, erklärte Finanzvorstand
Hans-Martin Hellebrand bei der Bilanzpressekonferenz.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen des explosionsartigen Anstiegs der Börsenpreise für Strom und Gas für die Kunden habe man dank einer langfristigen Beschaffungsstrategie begrenzen können. Das Produkt- und Lösungsangebot für die individuelle Energie- und Wärmewende soll erweitert werden.
Trotz Corona-Pandemie und den Marktverwerfungen am Energiemarkt im vergangenen Jahr hat das Unternehmen seinen Bilanzgewinn auf 53,7 Mio. Euro gesteigert (siehe detaillierter Zahlenkasten am Ende des Artikels). Auch der Umsatz kletterte leicht auf 1,06 Mrd. Euro. Vorstand Hellebrand sprach von einem „hervorragenden Ergebnis“.
Großteil des Gewinns wird ausgeschüttet
Für den ehemaligen Eprimo-Chef war es die erste Bilanzpräsentation in seiner neuen Funktion bei Badenova. Hellebrand bildet seit Juli vergangenen Jahres gemeinsam mit Technikvorstand Heinz-Werner Hölscher (vormals Geschäftsführer der Stadtwerke Osnabrück Netz und Mitinitiator von Civitas Connect) das neue Führungsduo.
Der Großteil des Gewinns wird an die 97 Gesellschafterkommunen zwischen Hochrhein und Schwarzwald ausgeschüttet. Um die Innenfinanzierung zu stärken und zusätzliche Energie- und Wärmeprojekte in der Zukunft zu ermöglichen, wird erstmals in der Unternehmensgeschichte aber auch ein Teil im Unternehmen belassen. Die Stadt Freiburg und zahlreiche Kommunen im Umland halten die Mehrheit an dem Unternehmen, die Thüga AG ist mit 44,6 Prozent beteiligt.
Die Badenova steigerte im vergangenen Jahr auch die Investitionen auf 106,3 Mio. Euro, das Geld floss laut Pressemitteilung vor allem in regionale Infrastruktur- und Energiewende-Projekte.
Steigende Nachfrage nach Dienstleistungen der Wasser- und Abwassersparte
„Wir investieren in unsere Netze und Anlagen sowie in neue Projekte, um die Energie- und Wärmewende in unserer Region mit Hochdruck Voranzubringen“, erklärte Heinz-Werner Hölscher, der als Vorstand unter anderem für die Töchter bnNetze und Wärmeplus verantwortlich ist. Als wichtige Projekte der kommenden Jahre nannte er den Neubau des Wasserwerks Ebnet, neue Wärmenetze der 4. Generation, den weiteren Ausbau von PV- und Windanlagen und das Geothermievorhaben Erdwärme Breisgau.
Insbesondere auch im Wasserbereich verzeichnet der Infrastrukturdienstleister eine anhaltend hohe Nachfrage aus den Kommunen. Aktuell arbeitet Badenova als Dienstleister für Wasser und Abwasser bereits für 24 Orte. Das steigende Interesse der Kommunen hänge auch mit dem vermehrten Aufkommen von Extremwetterereignissen und Dürreperioden zusammen, heißt es. Im Fokus stünden vor allem Fragen der Versorgungssicherheit und des Risikomanagements in der Wasserver- und Abwasserentsorgung.
Die Zahl der Mitarbeitenden stieg 2021 um über 70 auf 1580 Personen, darunter sind 71 Auszubildende.
Badenova-Zahlen für 2021
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2021 |
2020 |
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Umsatz |
1,06 Mrd. Euro |
1,01 Mrd. Euro |
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Bilanzsumme |
965,3 Mio. Euro |
848,7 Mio. Euro |
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Jahresüberschuss |
56,8 Mio. Euro |
54,1 Mio. Euro |
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Bilanzgewinn |
53,7 Mio. Euro |
52,0 Mio. Euro |
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Investitionen |
106,3 Mio. Euro |
97,8 Mio. Euro |
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Stromabsatz |
2,75 Mrd. kWh |
3,12 Mrd. kWh |
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Erdgasabsatz |
7,68 Mrd. kWh |
7,39 Mrd. kWh |
(hoe)



