Wintershall Dea ist 2019 aus der Fusion der Wintershall Holding und der Dea hervorgegangen. Das Unternehmen mit Sitz in Kassel und Hamburg beschäftigt weltweit knapp 2500 Mitarbeiter.

Wintershall Dea ist 2019 aus der Fusion der Wintershall Holding und der Dea hervorgegangen. Das Unternehmen mit Sitz in Kassel und Hamburg beschäftigt weltweit knapp 2500 Mitarbeiter.

Bild: © nmann77/AdobeStock

Harbour Energy und die Anteilseigner BASF und Letter One haben eine Vereinbarung zum Zusammenschluss beider Geschäfte unterzeichnet. Demnach gehe das Explorations- und Produktionsgeschäft von Wintershall Dea sowie die Explorationsrechte Norwegen, Argentinien, Deutschland, Mexiko, Algerien, Libyen (ohne Wintershall AG), Ägypten und Dänemark (ohne Ravn) an Harbour. Hinzu kommen die Lizenzen von Wintershall Dea zur Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid (CCS).

Die Transaktion stehe noch unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen und behördlicher Genehmigungen für Auslandsinvestitionen in verschiedenen Ländern. Vorbehaltlich dieser behördlichen Genehmigungen streben die Unternehmen ein Closing im vierten Quartal 2024 an.

Bargeld und Aktien

Im Gegenzug erhalten die Anteilseigner von Wintershall Dea – BASF (72,7 %) und LetterOne (27,3 %) – beim Abschluss der Transaktion eine Barzahlung von insgesamt umgerechnet 1,95 Mrd. Euro. Der BASF-Anteil beträgt dabei umgerechnet 1,4 Mrd. Euro (1,56 Mrd. US-Dollar). Hinzu kommen neue, von Harbour ausgegebene Aktien, die einer Beteiligung von insgesamt 54,5 Prozent an der erweiterten Harbour entsprechen. Hier beträgt der BASF-Anteil nach Unternehmensangaben 39,6 Prozent.

Der vereinbarte Unternehmenswert für die Vermögenswerte von Wintershall Dea beträgt umgerechnet 10,2 Mrd. Euro. Dieser Betrag beinhalte die ausstehenden Anleihen von Wintershall Dea mit einem Nominalwert von rund 4,4 Mrd. Euro, die bei Abschluss der Transaktion an Harbour gehen.

Russland-Geschäft ist außen vor

Von der Transaktion nicht betroffen bleibt das Russland-Geschäft des Explorationsunternehmens. Die Eigentümer BASF und Letter One behalten die Anteile weiterhin. Parallel zu der Transaktion mit Harbour gehe die rechtliche Trennung des Ruslland-Geschäfts von Wintershall Dea voran. BASF und Letter One bleiben Anteilseigner für die Assets, für die "wesentliche Bundesgarantien" bestehen.

Deutsche Standorte vor dem Aus

Die Hauptverwaltungssitze von Wintershall Dea und deren Mitarbeitende seien nicht Teil der Transaktion, hieß es aus Ludwigshafen weiter. Dies werde weitere Umstrukturierungen und letztlich die Schließung der Headquarter-Einheiten in Kassel und Hamburg erfordern, die derzeit rund 850 Mitarbeitende beschäftigen. Nur "einige davon" wolle Harbour in das kombinierte Unternehmen übernehmen.

Unabhängig von dem Deal mit Harbour treibe Wintershall Dea seine Verkaufspläne der Anteile an der Wiga Transport Beteiligungsgesellschaft (WIGA) fort. Wiga ist im deutschen Gastransportgeschäft aktiv und ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Wintershall Dea (50,02 %) und Sefe Securing Energy for Europe GmbH (49,98 %). (am)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper