Die geplante Gleichstromleitung Suedostlink ist nach einer umfangreichen Planungs- und Genehmigungsphase nun in die aktive Bauphase übergegangen. Das 750 Kilometer lange Vorhaben ist ein wichtiger Teil Bayerns Strategie, im Jahr 2040 seine Klimaneutralität zu erreichen.
Das Projekt besteht aus zwei Teilen: Ab 2027 wird das Vorhaben 5 des Suedostlink laut Plan die ersten 2.000 MW Windstom aus Nord- und Ostdeutschland nach Bayern transportieren, teilte Tennet mit. Mit der Fertigstellung des zweiten Teils 5a im Jahr 2030 würden weitere 2.000 MW an Transportkapazität hinzukommen.
Mehr Tempo dank EU-Notfallverordnung
Um die Genehmigungsprozesse für Suedostlink zu beschleunigten, setzte Tennet zwei Hebel in Bewegung. Für die Abschnitte von Suedostlink in Bayern hat der Netzbetreiber zum einen bei der Bundesnetzagentur ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren beantragt, das nun genehmigt wurde. Tennet hatte sich dabei auf eine EU-Notfallverordnung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) berufen.
Neben dem beschleunigten Genehmigungsverfahren sei auch der frühzeitige Baubeginn vor dem Planfeststellungsbeschluss ein weiterer Hebel, der allerdings Tennet unter dem Strich auch mehr Geld kostet.
"Regelhafter Bau" beginnt 2024
Die Leitung Suedostlink soll Grünstrom aus dem Norden und Osten Deutschlands in den Süden zum Netzknotenpunkt Isar bei Landshut transportieren. Der Konverter am Standort Isar, der von Siemens Energy schlüsselfertig an Tennet übergeben wird, wandelt den transportierten Gleichstrom in Wechselstrom um.
Die Planfeststellungsbeschlüsse für die bayerischen Planungsabschnitte werden 2024 erwartet, so dass im kommenden Jahr der "regelhafte Bau entlang des gesamten Leitungsverlaufs" beginnen wird.
Für die Klimaneutralität Bayerns bis 2040 werde Suedostlink allein nicht ausreichen. "Ergänzend benötigen wir dringend Kraftwerkskapazitäten im Süden sowie weiteren Ausbau auf Übertragungs- und Verteilnetzebene", forderte Tim Meyerjürgens, Geschäftsführer des Übertragungsnetzbetreibers Tennet. (am)

