Der Konzern Bayerngas, der mehrheitlich den Stadtwerken München gehört, zieht sich aus dem Erdgashandel und -vertrieb zurück. Das geht aus dem Geschäftsbericht für das Jahr 2022 hervor, den das Unternehmen auf seiner Interseite veröffentlichte.
Demnach soll der Fokus künftig auf den Geschäftsfeldern Gastransport und Gasspeicherbetrieb liegen. Bayerngas ist Konzernmutter des Fernleitungsnetzbetreibers Bayernets. Zudem betreibt die Tochtergesellschaft Bayernugs den Speicher Wolfersberg.
Bestehende Verträge werden erfüllt
Demgegenüber soll der Geschäftsbetrieb im Erdgashandel und -vertrieb "mittelfristig" auslaufen. Heißt: Die nächsten etwa drei Jahre sollen hier die Tätigkeiten zurückgefahren und dann eingestellt werden. Alle bestehenden Verträge und Verpflichtungen werde Bayerngas erfüllen, heißt es.
Bayerngas bot bislang Gasprodukte für die Industrie, Stadtwerke und andere Weiterverteiler. Kernmärkte waren Deutschland und Österreich. Bereits im vergangenen Jahr beendete Bayerngas inmitten explodierender Gaspreise den Neukundenvertrieb. Das Jahresergebnis der Handelstochter lag unter Plan.
Positives Jahresergebnis
Insgesamt setzte der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr nach eigenen Angaben 58,5 TWh Gas ab. Im Vorjahr waren es noch 94,0 TWh gewesen.
Das Jahresergebnis betrug nach Ausgleichszahlung "für nicht beherrschende Anteile" 26,5 Mio. Euro. Im Vorjahr war ein Verlust von 61,3 Mio. Euro angehäuft worden.
Kommunal getragene Gesellschaft
Die Münchner Stadtwerketochter SWM Gasbeteiligungs GmbH hält gut 56 Prozent an Bayerngas. Die restlichen Anteile verteilen sich auf andere kommunale Unternehmen, darunter die Stadtwerke Augsburg und die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm. (aba)



