Anfang nächsten Jahres wechselt Christoph Donner, Technischer Geschäftsführer der Harzwasserwerke, nach Berlin.

Anfang nächsten Jahres wechselt Christoph Donner, Technischer Geschäftsführer der Harzwasserwerke, nach Berlin.

Bild: © Harzwasserwerke

In Berlin fällt weniger Regen und viel davon kann nicht versickern, das Wasser läuft in die Kanalisation. Auch das gereinigte Abwasser fließt ungenutzt in die Nordsee. Gleichzeitig ist ein Drittel der Kleingewässer von Austrocknung betroffen und der Grundwasserspiegel ist vielerorts bis zu 75 cm zurückgegangen.

"Wir haben kein Entsorgungsproblem, sondern ein Ressourcenproblem. Wir sollten dieses Wasser für den regionalen Kreislauf erhalten", erklärt Christoph Donner auf der Jahrespressekonferenz seine Vision: Regen und Abwasser soll dem Landeswasserhaushalt zugutekommen. Seit Anfang des Jahres ist Donner Vorstandschef der Berliner Wasserbetriebe. Damit diese Vision irgendwann Realität wird, investiert das Unternehmen stark in die Infrastruktur. Bis 2027 sollen etwa alle sechs Klärwerke eine neue Reinigungsstufe erhalten.

Wasser ist eine knappe Ressource, diese dringende Botschaft sei bereits bei den Kunden angekommen, urteilt Donner: In Berlin wurde 2022 Wasser gespart. Die extreme Hitze und Trockenheit des vergangenen Jahres haben laut den Wasserbetrieben zwar dafür gesorgt, dass der Trinkwasserverkauf mit 215,5 Mio. m3 auf dem Niveau des Vorjahres geblieben ist, dies sei jedoch angesichts einer gewachsenen Bevölkerung (3,85 Mio. Menschen, Zuwachs 2022: 75.000, steigende Tendenz) kein schlechtes Ergebnis. Von einer Entlastung der Trinkwasserressourcen sei Berlin aber weit entfernt. Aufgrund ausbleibenden Regens ist außerdem die Abwassermenge leicht gesunken: um 12,5 Mio. m3 auf 248 Mio. m3.

Schwammstadt ist für Wasserversorgung wichtig

Der Vorstandchef appelliert weiterhin an die Berliner, sparsam zu sein. "Diese Veränderungen im Verbrauchsverhalten sind ein guter Start, reichen aber noch nicht, um die Ressource wirksam zu entlasten." Er hat aber auch eine Forderungen an die Politik, etwa dass sich der von der baldigen Berliner Regierung aus CDU und SPD vorgeschlagene Klimafolgenfonds von fünf Mrd. Euro auf das Thema Schwammstadt konzentriert. Gleichzeitig hätten die Wasserbetriebe politische Prozesse angestoßen, damit über den Erhalt der Berliner Kleingewässer diskutiert wird.

266 Millionen Euro Gewinn

Bei seinem Start bei den Wasserbetrieben habe er ein leistungsstarkes Unternehmen vorgefunden, erklärt Manager Dörner. 2022 haben die Berliner Wasserbetriebe einen Jahresüberschuss von 266 Mio. Euro erwirtschaftet (2021: 200 Mio.). Ebenfalls gestiegen ist das Ergebnis, das die Berliner Wasserbetriebe für den Landeshaushalt Berlins erwirtschaftet haben: 178 Mio. Euro waren es (Vorjahr: 122 Mio.).

Dennoch stimmt Donner auf Preiserhöhungen ab 2024 ein. Diese würden im Aufsichtsrat besprochen. Denn obwohl die Trinkwassergebühr in den letzten zehn Jahren auf einem Niveau blieb, seien Bau- und Personalkosten gestiegen. Die Berliner Wasserbetriebe gehörten in der Vergleichsgruppe großer Städte zum unteren Drittel, was den Trinkwasserpreis angeht, dort wolle man auch bleiben, erklärt der Manager.

Hinzu kommen die anstehenden Investitionen. Im vergangenen Jahr blieben die Betriebe mit einem Investitionsvolumen von 402 Mio. Euro unter der eigenen Zielmarke, da sich Lieferketten und Ausschreibungen schwierig gestalteten. Ein Investitionsziel für 2023 wurde nicht genannt.

Ausbildung für Ernergiewende

Als einer der großen Arbeitgeber der Region beschäftigen die Berliner Wasserbetriebe 4.636 Menschen. Die Ausbildungsquote von 6,7 Prozent zeige den hohen Stellenwert, den die innerbetriebliche Ausbildung für das Unternehmen habe. Neu geschaffen wurde zudem die Stelle eines Ausbilders/einer Ausbilderin für Energiewendeberufe. (pfa)

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