Knapp 40 Prozent der berechtigten rund 550 Kommunen hat sich zum Stichtag 30. Juni Anteile an der EnBW-Tochter Netze BW gesichert. In absoluten Zahlen haben deutlich mehr als 200 Städte und Gemeinden sich für eine Beteiligung entschieden, heißt es in einer Pressemitteilung.
Über das Modell mit dem Namen „EnBW vernetzt“ konnten die Kommunen im Land mittelbar Anteile an der Netze BW, der größten Strom und Gasnetzgesellschaft im EnBW-Konzern, erwerben. Bereits in der ersten Phase von April bis Juni 2020 hatten sich 116 Städte und Gemeinden für das Modell entschieden. In der zweiten und letzten Phase kamen nochmals 98 dazu.
Alle fünf Jahre können Städte neu entscheiden
Insgesamt besitzen diese Kommunen nun über eine Beteiligungsgesellschaft rund 14 Prozent der Anteile an der Netze BW. Die Einlagen liegen zwischen 200.000 Euro und knapp 12 Millionen Euro; in Summe betragen sie über 300 Millionen Euro. Alle fünf Jahre können die Kommunen entscheiden, ob sie die Beteiligung fortführen, aufstocken oder beenden.
„Energiewende, Verkehrswende, Breitbandausbau, öffentliche Sicherheit – die Liste der Herausforderungen für die Infrastruktur der Kommunen ist lang. Es ist deshalb für beide Seiten ein Gewinn, wenn wir uns noch enger verzahnen“, unterstrich EnBW-Vorstand und Netze BW-Aufsichtsratsvorsitzende Dirk Güsewell. Netze- BW-Geschäftsführer Christoph Müller ergänzt: „Von Anfang an war spürbar, dass uns diese Partnerschaft substanziell voranbringt – und damit auch die Energiewende, die am Ende vor Ort und in den örtlichen Netzen stattfindet.“
Spezielles Kommunikationsgremium
Die beteiligten Kommunen erhalten eine jährliche Ausgleichszahlung von 3,6 Prozent auf das eingebrachte Kapital. Darüber hinaus stellen sie bereits seit April 2021 zwei neue Aufsichtsratsmitglieder der Netze BW: Felix Geider, Bürgermeister von Östringen (Kreis Karlsruhe) und sein Amtskollege Oliver Spieß aus Fronreute (Kreis Ravensburg). Außerdem führt Bürgermeister Alexander Eger aus St. Leon-Rot (Rhein-Neckar-Kreis) neben dem Netze-BW-Vertreter Thomas Gunkel als Geschäftsführer die Geschicke der Beteiligungsgesellschaft. Ein spezielles Kommunikationsgremium lockere die formalen Strukturen der GmbH auf und ermögliche so einen zwanglosen, fachlich breit aufgefächerten Austausch, schreibt EnBW Baden-Württemberg. (hoe)


