Der Betreiber der russischen Pipeline Nord Stream 2 mit Sitz im Schweizer Kanton Zug hat auf seiner Homepage Meldungen zurückgewiesen, dass er kurz vor einem Konkurs stehen soll. Das Unternehmen habe die lokalen Behörden lediglich darüber informiert, dass man aufgrund der jüngsten geopolitischen Entwicklungen und der US-Sanktionen Angestellte entlassen habe. Nach Medienangaben sollen 106 Personen betroffen sein, der Schweizer Wirtschaftsminister Guy Parmelin hatte am Montagabend im Fernsehen zunächst von 140 Entlassungen gesprochen.
Die Zuger Volkswirtschaftsdirektorin Silvia Thalmann-Gut hatte zuvor im Fernsehsender Blick TV von einem bevorstehenden Konkurs von Nord Stream 2 berichtet. Ihr Departement hatte später auf Anfragen der Deutschen Presseagentur von massiven Zahlungsschwierigkeiten aufgrund der verhängten Sanktionen gesprochen.
Moskau: Beziehung zu Berlin wegen Nord Stream 2 schwer beschädigt
Nord Stream 2 ist eine Tochtergesellschaft des russischen Gaskonzerns Gazprom und hat ihren Hauptsitz in Zug gut 30 Kilometer südlich von Zürich. Die durch die Ostsee verlegte und fertig gestellte Pipeline sollte russisches Gas nach Deutschland bringen. Die Bundesregierung hatte das Genehmigungsverfahren für Nord Stream 2 angesichts der russischen Eskalation in der Ukraine vergangene Woche auf Eis gelegt. Die USA verhängten Sanktionen gegen die Nord Stream 2 AG und untersagten damit weitere Geschäfte mit dem Unternehmen.
Das russische Außenministerium hat die Bundesregierung unterdessen wegen ihres Vorgehens im Fall der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 scharf kritisiert. «Berlins Entscheidung, das Projekt zu stoppen, wird die russisch-deutschen Beziehungen, die nicht durch unsere Schuld in den vergangenen Jahren alles andere als ungetrübt waren, irreparabel beschädigen», teilte die Sprecherin des Ministeriums in Moskau, Maria Sacharowa, am Mittwoch mit.
"Die Verantwortung liegt ausschließlich auf deutscher Seite"
«Die Verantwortung für die Folgen dieser rechtswidrigen Handlungen, die den Ruf Deutschlands als verlässlichem Außenwirtschaftspartner in Frage stellen, liegt ausschließlich auf der deutschen Seite.» Deutschland hatte die Zertifizierung der Pipeline von Russland nach Deutschland wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine auf Eis gelegt. (dpa/hoe)
