Wolfgang Bühring (65) ist seit Oktober 1997 Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer und mehrerer Tochtergesellschaften.

Wolfgang Bühring (65) ist seit Oktober 1997 Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer und mehrerer Tochtergesellschaften.

Bild: © Klaus Venus/Stadtwerke Speyer

Das hohe Niveau bei den Energiepreisen setzt insbesondere einkommensschwachen Familien zu. Auch beim Thema Zahlungsschwierigkeiten und Energiearmut sieht Wolfgang Bühring, Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer (SWS), deshalb die aktuell die gesamte Branche besonders gefordert. Die SWS seien hierzu in direktem Austausch mit Sozialamt und Schuldnerberatung und sozialen Netzwerken, sagt er im Interview mit der ZfK.

Es sei hier Aufgabe eines kommunalen Unternehmens bei Zahlungsproblemen, diese nicht sofort in den Forderungsausfall zu nehmen und mit Geld zu bereinigen, „sondern aktiv mit Beratung und Unterstützung zu helfen, dass diese Kunden aus der Situation herauskommen.“ Hier gebe es unterschiedliche prozessuale Möglichkeiten im Sinne eines „gutwilligen Forderungsmanagements“, etwa Energie- und Schuldnerberatung oder die Vereinbarung von Ratenzahlungen. „Ein Inkassobüro kann hier nicht der gute Ton eines Stadtwerks sein“, stellt Bühring klar.

SWS-Geschäftsführer rechnet damit, dass Volatilität am Strommarkt noch länger anhält

Haushalte mit geringem Einkommen erhalten in Deutschland in diesem Jahr einmalig einen Heizkostenzuschuss 125 Euro (siehe separater Artikel im Newsletter). Damit sollen die explodierenden Preise für Heizöl und Gas etwas abgefedert werden. Auch Belgien hat Anfang dieser Woche eine Einmalzahlung von 100 Euro beschlossen.

Wolfgang Bühring und SWS-Vertriebsleiter Daniel Simonte erwarten, dass die hohe Volatilität am Strommarkt aufgrund der geo- und energiepolitischen Großwetterlage auch künftig Bestand haben wird. „Die Frage ist nur auf welchem Niveau. Wir fühlen uns prozessual gewappnet, aber die Lernkurve und das Fahren auf Sicht ist sicher noch nicht zu Ende“, sagt Simonte.

Jedes Stadtwerk sollte sich darauf vorbereiten und die Kunden mit entsprechenden Instrumenten und Know-how begleiten können. Die SWS bieten beispielsweise auch für mittelgroße Geschäfts- und Gewerbekunden ein Portfoliomanagement an und integrieren hier auch Eigenerzeugung.

Neue Vertriebschancen im Bereich Energieeffizienz und Energieberatung

Stadtwerke seien hier insbesondere gefordert in den Austausch mit Kunden zu kommen mit Blick auf Energieberatung und Anreize für den Ausbau erneuerbarer Energien zu setzen, ergänzt SWS-Geschäftsführer Bühring. Konkret bedeute das etwa Effizienzsteigerungspotentiale bei den Kunden zu heben und beispielsweise die Eigenerzeugung von Gewerbe- und Geschäftskunden durch PV-Dachanlagen zu stärken und den Strom virtuell in andere Filialen zu leiten.

Gerade im Bereich der Energiedienstleistungen verzeichneten die Stadtwerke Speyer im vergangenen Jahr eine Verdopplung der Nachfragen und eine signifikante Steigerung bei den Vertragsabschlüssen. (hoe)

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Warum die aktuelle Situation in den Stadtwerkevertrieben zur neuen Normalität werden könnte und wo sich hier vertrieblich auch Chancen bieten, lesen Sie in einem Hintergrundartikel in der Februarausgabe der ZfK. Zum Abo geht es hier.

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