Die Bundesnetzagentur hat begonnen, eine Liste jener Energielieferanten zu veröffentlichen, die in den vergangenen Monaten die Beendigung ihrer Strom- oder Gaslieferung an Haushaltskunden angezeigt haben. Dies hatte der Gesetzgeber im novellierten Energiewirtschaftsgesetz vorgeschrieben.
Mit Stand 1. November geben demnach 14 Versorger ihren Strom- oder Gasvertrieb im Haushaltskundensegment auf beziehungsweise haben dies bereits getan. Darunter befinden sich neun Grundversorger, wie die ZfK berichtete.
Energievertriebe aus NRW
Bei den fünf Energielieferanten ohne Grundversorgungsstatus handelt es sich ausschließlich um kleine Unternehmen. So stiegen zum 1. September die Elektrizitätswerke Niederrhein aus dem Stromvertrieb aus. Laut Handelsregister gehört das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf einem gewissen Tahir Özkaya.
Ebenfalls zum 1. September gab die Firma Regionale Energiewerke ihren Stromvertrieb auf. Geschäftsführer des Unternehmens mit Sitz in Monheim (Nordrhein-Westfalen) ist laut Handelsregister Bülent Tokgöz.
Umstrittener Versorger gibt auf
Noch früher, am 1. August, beendete das Unternehmen Energieversorger Rheinland seinen Ausflug in die Stromwelt. Das Unternehmen mit Sitz in Leverkusen war vergangenen Herbst in die Schlagzeilen geraten, weil es kurzfristig Stromverträge kündigte, aber gleichzeitig zu Kampfpreisen auf führenden Vergleichsportalen unterwegs war. (Die ZfK berichtete.) Als Geschäftsführer wird im Handelsregister Khaled Ben Ahmed geführt.
Die genannten Unternehmen gaben im Handelsregister ein Grund- oder Stammkapital von 50.000 Euro an. Eine Firmenwebsite war in allen drei Fällen nicht auffindbar.
Familienbetrieb steigt aus
Anders verhält es sich mit dem Anbieter Strom von Föhr mit Sitz in Oevenum (Schleswig-Holstein). Dabei handelt es sich um einen Familienbetrieb, wie auf der Firmenwebsite hervorgeht. Gleich auf der Startseite teilt das Unternehmen mit, dass es Ende August seine Stromlieferverträge für Haushaltskunden beendet habe.
"Wir bedauern weiterhin die Umstände der Vertragsbeendigung, hoffen jedoch auf Ihr Verständnis, weil es zukünftig sehr stürmisch an den Energiemärkten zugehen wird", steht dort.
"Keine Alternative"
Zum 1. Januar scheidet überdies der Anbieter EVE Energieversorgung Elbtalaue mit Sitz in Dannenberg (Niedersachsen) aus dem Gasvertrieb aus. "Es gibt leider keine Alternative zum Kündigen der Gaslieferverträge und sich vorerst aus dem Gasvertrieb zurückzuziehen", teilt die Tochter des kommunalen Wasserverbands Dannenberg-Hitzacker auf ihrer Website mit. "Natürlich kann bei einer sich entspannenden Marktlage das Geschäft wieder aufgenommen werden."
Zugleich betont das Unternehmen, "weiterhin ein starker regionaler Partner für das Stromvertriebsgeschäft" zu sein. Tatsächlich ist EVE Energieversorgung Elbtalaue in Dannenberg und mehreren Nachbarorten Strom-Grundversorger. (aba)
