Friedrich-Wilhelm Menge ist Chief Information Officer (CIO) der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).

Friedrich-Wilhelm Menge ist Chief Information Officer (CIO) der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).

Bild: © BVG/Oliver Lang

Alle Mobilitätsangebote Berlins in einer App – von Bus, Bahn, Roller, Fahrrad, Mietauto, Ridesharing bis hin zum Taxi. Das ist die Idee hinter der Mobilitätsplattform Jelbi der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Für die Entwicklung dieses Angebots wurde am vergangenen Donnerstag in Berlin stellvertretend  Friedrich-Wilhelm Menge als CIO des Jahres in der Kategorie "Public Sector" ausgezeichnet. Die begehrte Auszeichnung wird jährlich vom Magazin CIO und der Computerwoche vergeben.

Der Preis ist gleichzeitig eine Anerkennung für die erfolgreiche Digitalstrategie und einen anspruchsvollen Veränderungsprozess des kommunalen Unternehmens. "Prozesse und Organisation wurden optimiert und absolut zukunftsweisende Projekte wie Jelbi erfolgreich umgesetzt", zitiert das Online-Portal "Computerwoche.de" aus der Begründung der Jury. Die Digitalisierung sei zur Unterstützung des Kunden und nicht zum Selbstzweck oder zur Bedienung eines Hypes erfolgt. Mit der Mobilitätsmarke Jelbi biete die BVG ihren Kunden Services weit über das eigene Angebot hinaus. Mit Hilfe einer App hat der Kunde auch Zugang zu Carsharing-, E-Scooter, Taxis und Leihfahrrädern. Über Schnittstellen haben sich 25 andere Mobiltitätsdienstleister in die Plattform eingeklinkt. Die App umfasst Routenplanung, Buchung, Bezahlung und Abrechnung. Zusätzlich werden die Mobilitätsangebote an verschiedenen Knotenpunkten (Mobilitätshubs) gebündelt.

Menge: "Mitarbeiter zum Kern der Veränderung machen"

Doch was ist das Erfolgsgeheimnis dieser neuen Digitalstrategie? Friedrich-Wilhelm Menge beschreibt es so: "Es hat sich als besonders erfolgreich erwiesen, die Mitarbeiter zum Kern der Veränderung zu machen. So konnte ein Wettbewerb der guten Ideen und des Engagements entstehen." Von diesem würden die IT, das Unternehmen und die Kunden profitieren. Die neue IT-Landschaft sollte unter anderem die Grundlagen für neue Produkte schaffen, die Digitalisierung für die Mitarbeiter fördern und die Kosten reduzieren. Die Mitarbeiter wurden aufgefordert, ihre Ideen einzureichen. Aus rund 100 Vorschlägen wurden die vielverprechendsten 43 Maßnahmen ausgewählt. Zahlreiche Prozesse wurden vereinfacht, agile Methoden in Teams eingesetzt und eine Big-Data-Strategie entwickelt, die neue datengetriebene Geschäftsmodelle ermöglichen soll.

Dritter Platz für ZSVR-Meldeplattform Lucid

Den zweiten Platz in der Kategorie "Public Sector" belegte Jens Schulze vom Klinikum Leverkusen mit einer Lösung für eine optimale medizinische Versorgung mit kleinem Budget. Den dritten Platz erhielt Wolfram Nötzel von der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) für die Online-Meldeplattform Lucid. Über diese wird die Einhaltung und Umsetzung des neuen Verpackungsgesetzes sichergestellt. CIO des Jahres in der Kategorie Großunternehmen wurde Helmuth Ludwig vom Siemenskonzern. Ludwig hat die weltweite Konzern-IT mit dem Ziel umgebaut, die Grenzen zwischen Business und IT aufzulösen. Ausschlaggebend für den ersten Platz waren die gelungene Flexibilisierung der Organisation und ein neues IT-Betriebsmodell. (hoe)

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