Die Stadtwerke Saarbrücken verzeichnen im laufenden Jahr massive Einbußen aufgrund der Corona-Krise. "Wir werden aller Voraussicht nach 2020 rote Zahlen schreiben", prognostiziert Peter Edlinger, Geschäftsführer der Stadtwerke Saarbrücken. Allein im Verkehrsbereich rechnet er im laufenden Jahr mit Einnahmerückgängen zwischen vier und fünf Mio. Euro, auch das Defizit im Bäderbereich werde sich weiter erhöhen.
Trotz des herausfordernden Umfelds sieht sich der Stadtwerke-Konzern laut Pressemitteilung aber gut für kommende Aufgaben gerüstet. Allein in die Modernisierung des Fernwärmenetzes würden 2020/21 rund 13 Mio. Euro investiert.
Weniger Umsatz, höhere Investitionen
Im vergangenen Geschäftsjahr hat der Kommunalkonzern indes seine positive operative Entwicklung der Vorjahre fortgesetzt. Der Jahresüberschuss nach Übernahme der ÖPNV- und Bäderverluste ging aber um über 60 Prozent zurück auf 1,7 Mio. Euro (Vorjahr: 5,3 Mio. Euro). Auch der Umsatz war mit 234,6 Mio. Euro (Vorjahr: 248,9 Mio.) rückläufig. Die Investitionen hingegen stiegen im Vergleich zum Vorjahr deutlich auf 31,3 Mio. Euro – ein Plus von 30 Prozent.
Warnung vor höheren ÖPNV-Defiziten
Gründe für den Rückgang des Jahresüberschusses wurden in der Pressemitteilung nicht genannt. Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Edlinger hatte aber bereits im vergangenen Jahr gegenüber der Lokalpresse vor sich abzeichnenden höheren Defiziten im ÖPNV und im Bäderbereich in den kommenden Jahren gewarnt. Um hier gegenzusteuern, hatte das Unternehmen in der Vergangenheit über Umstrukturierungen Kosteneinsparungen im Millionenbereich realisiert.
Besseres Beteiligungsergebnis
Laut Pressemitteilung ist das Ergebnis im Kerngeschäft Netzbetrieb und Wasserversorgung auch in 2019 erneut positiv ausgefallen. Deutlich verbessert hat sich darüber hinaus das Beteiligungsergebnis. Die Tochtergesellschaften Energie SaarLorLux, co.met und Stadtwerke Saarbrücken Beteiligungsgesellschaft trugen wesentlich zum positiven Konzernergebnis bei.
Erfolgreiche Kooperation
Auch die Kooperation der Beteiligungsgesellschaft mit den fünf Gemeinde- und Stadtwerken in Friedrichsthal, Eppelborn, Heusweiler, Lebach und Kleinblittersdorf sei wiederum sehr erfreulich verlaufen. Die Saarbahngesellschaften konnten durch gezielte Restrukturierungsmaßnahmen das Planergebnis deutlich verbessern, der Verkehrsbereich bleibt aber weiterhin defizitär sowie auch der Bäderbetrieb. Der Stadtwerke-Konzern erwirtschaftet nach eigenen Angaben seit 2014 regelmäßig Gewinne, zwischen 2003 und 2013 hatte das Unternehmen hingegen rote Zahlen ausgewiesen. (hoe)



