Auf den ZfK Media Days (v. l.): Manuel Zimmermann, Leiter Unternehmenskommunikation bei der Badenova, Sebastian Gölz, Leiter des Teams Nutzerverhalten am Fraunhofer ISE und Katja Simic, Kommunikationsberaterin bei Lots.

Auf den ZfK Media Days (v. l.): Manuel Zimmermann, Leiter Unternehmenskommunikation bei der Badenova, Sebastian Gölz, Leiter des Teams Nutzerverhalten am Fraunhofer ISE und Katja Simic, Kommunikationsberaterin bei Lots.

Bild: Jannis Hutt/ZfK

Viele Menschen sehen noch nicht, dass die kommunale Wärmeplanung auch sie persönlich betrifft. Zwei Fünftel empfinden so, erklärt Katja Simic, Beraterin bei Lots. Die Agentur hat zusammen mit der ZfK eine repräsentative Umfrage* durchgeführt. Erste Ergebnisse und Learnings präsentierte Simic am Mittwoch auf den ZfK Media Days. Dort redeten Experten aus der Energiebranche über die kommunikative Herausforderung der Stadtwerke bei der Wärmeplanung.
 
Simic rät kommunalen Unternehmen, Gruppen gezielt anzusprechen. Dazu brauche es datenbasierte Kommunikation. "Die Ressourcen bei den Unternehmen sind begrenzt, der Einsatz von KI oder auch das schmieden von Allianzen mit anderen Unternehmen kann hier Abhilfe schaffen", sagt Simic.

"Wir als Energieversorger bieten Kommunen die Dienstleistung an, eine kommunale Wärmeplanung zu erstellen", sagt Manuel Zimmermann, Pressesprecher der Badenova. Die ersten Adressaten in der Kommunikation seien daher ganz klar die Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung.

Man müsse zwischen der Planungsphase und der Umsetzungsphase unterscheiden, erklärt Sebastian Gölz, Forscher und Leiter des Teams Nutzerverhalten am Fraunhofer ISE. In der Planungsphase trage die Kommune die zentrale Verantwortung. "Es kann jedoch sinnvoll sein, in dieser Phase bereits gemeinsam zu kommunizieren."

Sobald der Plan vorliegt, sei es entscheidend, dass alle Eigentümer und Bürger verstünden, was genau passieren wird. "Nur so kann eine breite gesellschaftliche Unterstützung entstehen. Die kommunale Wärmeplanung ist dabei lediglich der Startschuss für die umfassende Unternehmung der Wärmewende."

Forscher: Anschlusszwang könnte zu große Negativreaktionen auslösen

Gesellschaftliche Unterstützung werde gewonnen, indem Menschen die Möglichkeit bekommen, sich eine eigene Meinung zu bilden und selbst zu entscheiden, entgegnet der Forscher einem möglichen Anschlusszwang für Fernwärme. "Das bringt jedoch einen Zielkonflikt mit sich, insbesondere im Klimaschutz."

Ein Anschlusszwang könne aber eine erhebliche Gegenstimmung erzeugen und langfristig mehr Schaden anrichten. Als Negativbeispiel nennt Gölz ein Freiburger Stadtviertel, das mit Solarthermie ausgestattet wurde, aber heute nach einer Kostenexplosion stellvertretend für falsche politische Entscheidungen steht. "Solche Fehler können das Vertrauen der Bürger erheblich beeinträchtigen und sollten vermieden werden."

"Heizhammer" hat Wärmewende verunglimpft

Durch die "Bild"-Schlagzeile mit dem sogenannten "Heizhammer" sei die Sorge der Menschen vor hohen Kosten durch die Wärmewende geschürt, sagt Zimmermann. Die "Wärmewende" selbst sei mittlerweile stark negativ besetzt. Eine Agentur habe der Badenova mittelweile sogar geraten, auf das Wort zu verzichten.

"Wir müssen transparent mit den Menschen sein: Während kurzfristig keine Kostenexplosion zu erwarten ist, könnten die Kosten mittelfristig stark steigen. Allerdings wird wohl auch Gas in zehn Jahren zu einer erheblichen Kostenfalle werden." (pfa)

*Wie stehen die Menschen zur kommunalen Wärmeplanung? Die Umfrage von Lots und der ZfK durch den Dienstleister Civey werden wir in der nächsten gedruckten Ausgabe Anfang Dezember ausführlich vorstellen. Mit ZfK-Plus können Sie diese dann auch als E-Paper lesen.

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