Wolfgang Wirtnik ist Vorstand von EnviaM.

Wolfgang Wirtnik ist Vorstand von EnviaM.

Bild: © EnviaM

Die Verbraucherpreise für Strom und Gas fallen auch bei der EnviaM, teilte der ostdeutsche Flächenversorger mit. Zuletzt hatte auch die Rheinenergie zum Jahreswechsel satte Senkungen angekündigt.

Konkret beträfen die Veränderungen die Verbrauchspreise für Strom, Erdgas und Wärmestrom für Kunden der Grundversorgung und auch weiterer Verträge. Die neuen Preise treten am 1. Januar 2026 in Kraft.

"Dank rückläufiger Kosten bei der Energiebeschaffung und den Netzentgelten können wir die Verbrauchspreise für Strom und Gas weiter senken", sagt EnviaM-Vorstand Wolfgang Wirtnik, der frisch im Am ist. Wirtnik kommt von Eon und ist erst seit Oktober Vorstand der EnviaM. Er freute sich, seine erste Pressekonferenz zu "positiven Nachrichten" halten zu können. 

Allerdings mahnte der Vorstand: "Es ärgert mich, dass wir das Problem, das wir in der Energiekrise erleben mussten, immer noch nicht gelöst haben." Die "Discountanbieter" würden sich nicht ausreichend eindecken, um ihre Kunden auch bei steigenden Preisen zu versorgen.

Strom: Arbeitspreis fällt um sechs Cent

Die Stromverbrauchspreise für Privatkunden in der Grundversorgung gehen um 5,97 Cent je Kilowattstunde auf 31,94 Cent/kWh brutto zurück. Nach vielen Jahren Preiskonstanz steigt der Grundpreis hingegen um 1,91 Euro auf 14 Euro pro Monat.

Für Gewerbekunden sinken die Verbrauchspreise um 5,56 Cent/kWh auf 30,21 Cent/kWh. Hier bleibt der Grundpreis unverändert.

Für den durchschnittlichen EnviaM-Privatkunden mit einem Verbrauch von 2000 kWh bedeutet das eine Ersparnis von 96 Euro (elf Prozent) pro Jahr, für Gewerbekunden von 333 Euro (14 Prozent), das prognostiziert der Versorger. Die neuen Strompreise gelten demnach für rund 650.000 Kunden im Netzgebiet in Teilen der Bundesländer Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Neben fallenden Beschaffungskosten wirken sich laut dem Versorger vor allem fallende Netzentgelte auf die Preise aus. Hier profitiert das Netzgebiet durch den geplanten Zuschuss für Übertragungsnetzbetreiber, der die Energiewendekosten etwas fairer verteilen soll.

Auch Gaspreise fallen: Acht Prozent Einsparung möglich

Bei der EnviaM-Tochter Mitgas sinken die Verbrauchspreise um 1,07 Cent/kWh auf 13,07 Cent/kWh brutto. Gleichzeitig erhöht sich der Grundpreis für die Grundversorgung um 2,73 Euro auf 9,42 Euro pro Monat.

Die Jahresrechnung für einen Privatkunden im beliebten Sondertarif Classic-Paket mit einem Verbrauch von 18.000 kWh geht um rund 193 Euro (acht Prozent) zurück. Die Gas-Grundpreise in Sondertarifen bleiben konstant. Die neuen Preise gelten für rund 50.000 Privat- und Gewerbekunden im Netzgebiet von Mitgas in Teilen der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg.

Die Gaspreise, so der Versorger, fallen vor allem aufgrund geringerer Beschaffungskosten. Zudem wirken sich fallende Netzentgelte und die wegfallende Gasspeicherumlage positiv für die Kundinnen und Kunden aus.

EnviaM bleibt regional

EnviaM sieht sich weiterhin als Regionalversorger, betonte Vorstand Wirtnik: "Zu 90 Prozent sind wir ein Regionalversorger und wollen das bleiben." Allerdings gäbe es auch zehn Prozent für ausgewählte Produkte wie die dynamischen Tarife, welche aufgrund ihrer schmalen Zielgruppe überregional vertrieben werden.

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