In Schipkau in Brandenburg betreibt Trianel einen Solarpark mit einer Leistung von 9,9 MWp.

In Schipkau in Brandenburg betreibt Trianel einen Solarpark mit einer Leistung von 9,9 MWp.

Bild: © Trianel

Eine starke Mittagsonne hat auf dem Strommarkt große Auswirkungen: Eine Preisspanne von 700 Euro/MWh gab es auf dem Day-Ahead-Markt am 28. August vergangenen Jahres. Das sei ein extremes Beispiel, aber zeige wohin sich die Volatilität des Strommarktes entwickle, erklärt Christian Schmitz, Leiter des 24/7-Desks bei Trianel. Auf der E-world in Essen warb das Unternehmen für seine Services im Erzeugungsportfoliomanagement.

Grund ist der Erneuerbarenausbau, 2022 lag er um die 44 Prozent, bis 2030 sollen es 80 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland aus erneuerbaren Energiequellen sein. Mit dem Ausbau erwartet der Experte zunehmende Preisspreizungen.

Somit werde der kurzfristige Ausgleich des Bilanzkreises der Stromlieferanten wichtiger, um Kosten für den Ausgleich an den Netzbetreiber zu minimieren. Bei geringen Wind- und Sonnenaufkommen muss zudem berücksichtigt werden, dass bei einer Großwetterlage viele Marktteilnehmer betroffen sind: Wer zu spät Strom einkauft, zahlt dann die höchsten Preise.

Werbung für Vermarktungspartner

Was also ist für Unternehmen angesichts dieser Entwicklung notwendig? Das kurzfristige Geschäft müsse vollautomatisiert mit einer hochverfügbaren IT gemacht werden, erklärt Schmnitz. Etwas, dass sich kleinere Stadtwerke etwa selbst nicht leisten könnten. Trianel wirbt hier für Services etwa aus dem eigenen Haus.

Trianel habe in den letzten Jahren Kompetenzen, Prozesse und Systeme von der Projektierung über die langfristige Absicherung bis zur kurz- und langfristigen Vermarktung aufgebaut und bietet damit ein ganzheitliches Vermarktungskonzept an, das dem veränderten Markt Rechnung trägt und eine wirtschaftliche Optimierung der verfügbaren Erzeugungsmengen ermöglicht.

Im Grunde widerspricht die Marktentwicklung dem althergebrachtem Geschäftsmodell vieler Stadtwerke, in dem langfristige Beschaffung eine große Rolle spielt. Laut Christian Schmitz wäre vielen dies schon bewusst geworden. Letztes Jahr etwa hätten einige wegen der hohen Preise lieber Positionen offen gelassen und nun kurzfristiger und deutlich preiswerter eingekauft. „Viele kommen aus dieser alten Welt, aber so werden sie das nicht mehr beibehalten können. Das althergebrachte Modell ist ein Stück weit auf dem Rückzug.“

Rückkehr der Mini-PPAs

Über Vermarktungsstrategien spricht Bastian Wurm, der Trianel-Leiter Origination. Mini-PPA, also Agreements mit kurzer Laufzeit zu Festpreis seien unabhängig von der täglichen Entwicklung am Terminmarkt. Durch die Erlösabschöpfung brach zuletzt das Geschäft mit ihnen ein, es komme nun aber zurück. Denn Mini-PPAs brächten ein kalkulierbares Ergebnis und hätten den Betreibern historisch guten Erfahrungen gebracht.

Neben dem Marktprämienmodell und der sonstigen Direktvermarktung werden schon heute PPAs, Mini-PPAs sowie die Direktbelieferung und der Eigenverbrauch für Vermarktung und Integration der Erneuerbaren eingesetzt.

„Um diese Instrumente richtig einzusetzen und damit die Vermarktung der Anlagen an den Lang- und Kurzfristmärkten richtig zu planen, setzen wir bei Trianel immer stärker auf eine intelligente Kombination von Anlagen in der Vermarktung. Insbesondere durch die Nutzung von steuerbaren Anlagen wie Biogasanlagen oder Speichern schaffen wir Möglichkeiten, die Volatilität der Erneuerbaren auszunutzen und damit Risiken aus der Dargebotsabhängigkeit der Erneuerbaren zu reduzieren“, erläutert Bastian Wurm.

Grundsätzlich, sagt Wurm, nehme das Risiko auf dem Energiemarkt zu. Doch mit dem Risiko stiegen auch die Chancen. Mit einem Partner an der Seite, der das Risiko übernehmen kann, wäre auch für kleinere Unternehmen der Markt noch lukrativ. Die Erneuerbare böten neue Vermarktungsansätze, in denen die Volatilität der Erneuerbaren genutzt werden kann. (pfa)

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