Der Mannheimer Energieversorger MVV bietet mit der "Geldanlage Windenergie" ein festverzinsliches Anlageprodukt an.

Der Mannheimer Energieversorger MVV bietet mit der "Geldanlage Windenergie" ein festverzinsliches Anlageprodukt an.

Bild: © MVV

Nach einem turbulenten Jahr an den Strommärkten hat sich auch in der neuen ZfK-Direktvermarktungsliste (siehe ganz unten) gegenüber dem Vorjahr einiges geändert. So führt nicht mehr die deutsche Tochter des norwegischen Staatskonzerns Statkraft die Tabelle an, sondern neuerdings der Karlsruher Energieriese EnBW.

"Unser Ziel ist es nicht, Marktführer in der Direktvermarktung zu sein, sondern profitabel zu arbeiten und unseren Kunden faire und nachhaltige Angebote zu bieten", stellte Statkraft-Direktvermarktungsexperte Marc Kohlenbach auf ZfK-Nachfrage klar. "Wir haben früh festgestellt, welche hohen Risiken die steigenden Strompreise für Direktvermarkter mit sich bringen, vor allem was Ausgleichskosten und Marktwertdifferenzen betrifft. Deshalb haben wir bei allen Neuverträgen von einer statischen auf eine dynamische Risikoprämie umgestellt."

EnBW bei fast allen regenerativen Energieträgern gewachsen

Damit habe Statkraft in Zeiten stark steigender Strompreise möglicherweise manche Kunden verloren, sagt er. "Hält der Abwärtstrend auf dem Strommarkt dagegen nun an, werden variable Risikoprämien für Anlagenbetreiber attraktiver."

EnBW wiederum, die 3000 MW netto hinzugewann, freute sich über ihr Ergebnis. "Bei fast allen regenerativen Energieträgern sind wir gewachsen", hieß es auf ZfK-Nachfrage. "Wir sind offen mit den gestiegenen Vermarktungsentgelten umgegangen, haben aber gleichzeitig auch auf die gestiegenen Erlöschancen infolge der erhöhten Marktwerte hingewiesen."

MVV vergrößert Portfolio um 600 MW

Wachsen konnte auch der mehrheitlich kommunale Energiekonzern MVV. Er vergrößerte sein Portfolio nach eigenen Angaben von 3800 auf 4400 MW.

Mengeneinbußen im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten dagegen die anderen mehrheitlich kommunalen Direktvermarkter mit einem Portfolio von mehr als einem Gigawatt, die im ZfK-Ranking gelistet sind. Die Stadtwerke München kamen auf ein Portfolio von 3075 MW (–175 MW), der Oldenburger Regionalversorger EWE auf 2825 MW (–405 MW) und die Aachener Stadtwerkekooperation Trianel auf 2400 MW (–400 MW). Der Hannoveraner Kommunalversorger Enercity, der einer der größten Windparkbetreiber an Land ist und selbst direkt vermarktet, nahm an der Umfrage nicht teil.

Südweststrom und Stadtwerke Rosenheim legen deutlich zu

Die Münchner gaben für dieses Jahr als Ziel aus, ihr Portfolio in etwa gleich zu halten. Trianel und EWE dagegen wollen wieder wachsen. Trianel erklärte zudem mit Blick auf das vergangene Jahr, dass es sich wegen der hohen Preisschwankungen und regulatorischer Unsicherheiten "sehr konservativ" ausgerichtet habe. Das Handelshaus habe sich auf die Stärkung des Portfolios konzentriert und sich auf den Bereich flexibler Anlagen fokussiert.

Deutlich zulegen konnten im vergangenen Jahr beispielsweise die Portfolios des Tübinger Stadtwerkedienstleisters Südweststrom (+98 Prozent) und der Stadtwerke Rosenheim (+108 Prozent). Den stärksten prozentualen Anstieg verzeichneten aber die Stadtwerke Krefeld mit 1300 Prozent – wenn auch auf niedrigem absoluten Niveau. Das Portfolio ging binnen eines Jahres von 1 auf 14 MW hoch.

49 Unternehmen nehmen teil

Für die diesjährige Umfrage fragte die ZfK insgesamt 65 Direktvermarkter an. 49 Unternehmen lieferten bis Sonntagabend konkrete Zahlen (bis Freitag waren es 47 gewesen). Das Unternehmen Pure Energy gab an, dass die Direktvermarktungstätigkeiten im Moment ruhten.

Vier Unternehmen nannten keine oder keine darstellbaren Werte. Die Anfragen bei den restlichen elf Direktvermarkter standen Stand Sonntagabend noch aus. Sie werden bei Übermittlung der Daten in diesem öffentlich einsehbaren Artikel nachgetragen. (aba)

Hinweis: Eine ausführliche Analyse zur Lage in der Direktvermarktung finden Sie in der neuen ZfK-Printausgabe, die am Montag, 6. Februar, erscheint, auf den Seiten 26 und 27. Zum E-Paper geht's hier und zum Abo hier.

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