Die drei Kommunalversorger aus Neunkirchen, Völklingen und Saarlouis wollen wichtige Geschäftsprozesse künftig noch produktiver, schneller und auch kostenoptimierter steuern.

Die drei Kommunalversorger aus Neunkirchen, Völklingen und Saarlouis wollen wichtige Geschäftsprozesse künftig noch produktiver, schneller und auch kostenoptimierter steuern.

Bild: © Adobestock

Eine größere Marktstellung, Synergiepotenziale und Einsparungen bei den Entwicklungskosten: Das versprechen sich drei saarländische Kommunalversorger, die KEW Kommunale Energie und Wasserversorgung AG Neunkirchen sowie die Stadtwerke Völklingen und Saarlouis, von der Entwicklung eines gemeinsamen Enterprise Ressource Planning Systems (ERP).

Ziel der Zusammenarbeit ist es, komplexe Planungs- bzw. wichtige Geschäftsprozesse produktiver, schneller und auch kostenoptimierter zu steuern und damit auch flexibler auf Kundenanfragen reagieren zu können, heißt es einer Pressemitteilung. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung wurde jetzt unterzeichnet.

"ERP-Systeme sind das Herzstück eines jeden Unternehmens"

Die drei Partner haben sich entschlossen, ihre bestehenden ERP- sowie die energiewirtschaftlichen Systeme unternehmensübergreifend mit gemeinsamen Standards neu aufzustellen. Dies soll auch dazu beitragen, dass die Unternehmen den dynamischen Marktentwicklungen und hohen regulatorischen Anforderungen von Seiten der Politik und BNetzA agiler und widerstandsfähiger begegnen können. Ziel sei es, Geschäftsprozesse zu verschlanken, zu standardisieren und auch zu automatisieren.

Ein Enterprise Resource Planning System (ERP) unterstützt sämtliche betriebswirtschaftliche Prozesse. Es enthält Module für die Bereiche Beschaffung und Vertrieb, Anlagenwirtschaft, Personalwesen sowie Finanz- und Rechnungswesen, die über eine gemeinsame Datenbasis miteinander verbunden sind. „Mit der Kooperation wird eine Optimierung von Geschäftsprozessen einhergehen“, so Julian Wollscheidt, Geschäftsführer der Stadtwerke Völklingen Holding. „ERP-Systeme sind das Herzstück eines jeden Unternehmens“, erläutert er. 

"Kooperation ist in dieser Tiefe einmalig"

„Bereits 2022 haben wir uns untereinander über die digitale Unternehmenssteuerung ausgetauscht“, erinnert sich Ralf Levacher, Geschäftsführer der Stadtwerke Saarlouis. Dabei habe sich herauskristallisiert, dass man die besten Ergebnisse erziele wenn man sich zusammentue und die eigenen ERP-Systeme gemeinsam modernisiere. Ebenso war allen bewusst, wie einmalig eine Kooperation dreier Stadtwerke in dieser Tiefe sei.  „Jetzt ist es nach meinem Dafürhalten naheliegend, weitere Projekte nach diesem Modell in anderen Bereichen wie Netzausbau aufzusetzen und gemeinsam anzugehen“, sagt Levacher.

Zudem erlangen die drei Versorger, die zusammen 160.000 Einwohner mit Strom, Gas, Trinkwasser und Fernwärme versorgen, gemeinsam eine größere Marktstellung als jeder für sich alleine. „Jedes der drei Unternehmen spart Entwicklungskosten. Darüber hinaus können wir uns später im laufenden Betrieb permanent austauschen und voneinander lernen“, argumentiert Marcel Dubois, Vorstand der KEW Kommunale Energie und Wasserversorgung AG Neunkirchen.

„Die neue ERP-Plattform könne künftig einen Marktstandard setzen. Damit sei sie auch geeignet für andere Versorger. Die drei Stadtwerke seien offen für weitere Kooperationspartner aus der Region oder aus anderen Teilen Deutschlands. (hoe)

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