Die Stadtwerke Düsseldorf haben das abgelaufene Jahr mit einem Überschuss von 107 Millionen Euro abgeschlossen und lagen damit leicht über dem Vorjahreswert (2024: 104 Millionen Euro). Auch bei den Investitionen legte das Unternehmen zu: von 125 Millionen Euro im Vorjahr auf rund 130 Millionen Euro im Jahr 2025, teilte der Versorger mit.
"Unser Ergebnis verschafft uns den finanziellen Spielraum, um die Transformation der Energieinfrastruktur in Düsseldorf weiter voranzutreiben", sagte Jan Huth, Finanzvorstand der Stadtwerke Düsseldorf (SWD).
Für eine finanziell robustere Aufstellung sorgt auch im Jahr 2025 der Verzicht der SWD-Gesellschafter auf etwa die Hälfte der Ausschüttung: 52,5 Millionen Euro wurden in die Gewinnrücklagen eingestellt. An den SWD hält EnBW 54,95 Prozent, die Holding der Landeshauptstadt Düsseldorf 25,05 Prozent und die GEW Köln die restlichen 20 Prozent. In den "unsicheren Zeiten" sei die Eigenkapitalquote von 42 auf 45 Prozent gestiegen. Auch für Investitionen eröffne dies Spielräume, hieß es aus Düsseldorf.
130 Millionen für die Versorgungsinfrastruktur
2025 haben die Stadtwerke Düsseldorf 130 Millionen Euro investiert, vorrangig in der Landeshauptstadt. Schwerpunkt waren die Erneuerung, Digitalisierung und Erweiterung der Versorgungsinfrastruktur für Strom, Gas, Fernwärme und Wasser. Damit reagieren die SWD nach eigenen Angaben auf die wachsenden Anforderungen: mehr Anschlüsse, höherer Leistungsbedarf, mehr dezentrale Erzeugung, die ins Netz integriert werden muss und eine stärkere Digitalisierung und Automatisierung.
Mitte Juni wurde im Düsseldorfer Stadtrat der kommunale Wärmeplan verabschiedet. Demnach soll das Fernwärmenetz kontinuierlich verdichtet und erweitert werden. Gleichzeitig investiert der Versorger in die Dekarbonisierung seiner Wärmeerzeugung.
Einen wichtigen Schritt auf diesem Weg erreichte der Versorger mit der Fertigstellung der Energiezentrale zur Nutzung der industriellen Abwärme der Firma Henkel. In den Neubau und die Einrichtung der dafür erforderlichen Infrastruktur flossen rund 40 Millionen Euro. Dabei trugen Fördermittel aus dem Landesprogramm "Progres.nrw – Wärme- und Kältenetze" zur Finanzierung des Projekts bei. Das Konzept gilt als Blaupause für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Energieversorger und Industrie vor Ort sowie als Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Düsseldorf.
Am Unternehmensstandort in Düsseldorf-Flingern sei zudem ein Elektrolyseur angekommen, der ab Sommer die Wasserstoff-Tankstelle am Höherweg versorgen wird, hieß es weiter. Der Strom für die Herstellung von Wasserstoff wird dabei mit dem biogenen Anteil aus den Abfällen der Müllverbrennungsanlage in Düsseldorf-Flingern erzeugt.
Projekte "Auf der Lausward"
Am Kraftwerksstandort "Auf der Lausward" planen die Stadtwerke eine Großwärmepumpe und einen Batteriespeicher. Die Großwärmepumpe soll eine Gesamtleistung erreichen, die künftig den Wärmebedarf von bis zu 40.000 Haushalten in Düsseldorf decken kann. Ihre Realisierung und die Integration in das Fernwärmenetz seien in den kommenden Jahren vorgesehen. Auf der Lausward und ab 2028 am Standort Flingern entstehen zudem zwei jeweils 40 Megawatt starke Heißwasserkessel, die sowohl mit Erdgas als auch künftig mit Wasserstoff betrieben werden können.
Beschlossen sei ebenfalls der Bau eines Großbatteriespeichers für rund zwölf Millionen Euro, der bis zum Sommer kommenden Jahres auf der Lausward entstehen soll. Mit einer Leistung von 20 Megawatt und einer Kapazität von 60 Megawattstunden soll der Speicher dazu beitragen, Schwankungen zwischen Stromangebot und -nachfrage auszugleichen und den Einsatz der Erzeugungsanlagen der Stadtwerke Düsseldorf zu flexibilisieren.
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt war und ist die Modernisierung sowie Erweiterung der Trinkwasserinfrastruktur. Dazu gehört der Neubau des Hochbehälters "Auf der Hardt", in den rund 20 Millionen Euro investiert werden.
"Wir handeln mit Blick auf die Zukunft für eine sichere, bezahlbare und klimafreundliche Energie- und Trinkwasserversorgung in Düsseldorf und der Region", sagte dazu Julien Mounier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf. Vor Ort würde sich entscheiden, ob die Stadtwerke ihre Klimaziele erreichen würden – "insbesondere in der Wärmeversorgung. Genau dort setzen wir konsequent an".
Höhere Investitionen 2026
Für 2026 planen die Stadtwerke Investitionen von rund 180 Millionen Euro. Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf der Erneuerung und Erweiterung der Strom-, Gas-, Wasser- und Fernwärmenetze sowie auf der Dekarbonisierung der Wärmeerzeugung.
Für Julien Mounier wird 2026 aber erneut ein Schlüsseljahr in der Welt- und Energiepolitik: "Es ist unklar, wie lange die weltweiten Konflikte unsere Energieversorgung prägen werden". Daher stelle sich sein Unternehmen auf längerfristige Unsicherheiten ein. Die angestoßenen Transformationsprozesse würden die Stadtwerke unabhängiger von Energieimporten machen und die Energiesysteme resilienter.