Die Stadtwerke Düsseldorf und der für Waschmittel bekannte Chemieproduzent Henkel versorgen ab sofort den Düsseldorfer Süden mit Industrieabwärme. Durch ihre Einspeisung in das Düsseldorfer Fernwärmenetz spart die Stadt Düsseldorf jährlich rund 6.500 Tonnen CO2-Emissionen ein, teilten die Stadtwerke mit.
Auf dem Werksgelände von Henkel ging eine neue Energiezentrale der Stadtwerke Düsseldorf den Betrieb. Dort wird industrielle Abwärme in Fernwärme für Privathaushalte umgewandelt. Die Energiezentrale gehört dabei deutschlandweit zu den Vorreiter-Projekten ihrer Art: "Statt Abwärme aus der Produktion einfach verpuffen zu lassen, zeigt die Kooperation von Industrie und Energiewirtschaft, wie wir uns Schritt für Schritt aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen befreien können", sagte Landeswirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) bei der feierlichen Inbetriebnahme der Zentrale.
Innovative Energiezentrale als Herzstück
Die Anlage ist auf einer Fläche von 700 Quadratmetern am Henkel-Werksgelände entstanden. Dazu gehört ein 51 Meter hoher Kamin aus Stahl und der dazugehörige Wärmetauscher. Hier wird die bislang ungenutzte industrielle Abwärme aufbereitet und bei Bedarf mit zusätzlicher Wärme aus einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage in das Fernwärmenetz der Stadtwerke Düsseldorf eingespeist, teilten die Stadtwerke mit. Hierfür wurde eigens eine neue rund 3,6 Kilometer lange Leitung in den umliegenden Stadtteilen gebaut.
Die Wiederverwendung der Kamin-Abwärme ist ein wichtiger Schritt zur weiteren Dekarbonisierung der Fernwärme. Denn so können die Stadtwerke ihren Erdgasverbrauch erheblich reduzieren und die CO2-Emissionen senken.
Ambitionierte Klimaziele
Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu werden. Ende 2025 entfielen noch rund 92 Prozent der Endenergie im Wärmebereich auf fossile Energieträger – mit Erdgas als größtem Anteil.
Derzeit stammt Fernwärme in Düsseldorf überwiegend aus dem Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Lausward, dem Biomasseheizkraftwerk in Garath und dem Kraftwerk Flingern, welches mit dem Dampf der Müllverbrennungsanlage versorgt wird. Hinzu kommen Wärmespeicher und einige Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen.
Die zentralen Bausteine der kommunalen Wärmeplanung zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung sind neben dem Ausbau von Fernwärme und den Erneuerbaren auch Geothermie und die Installation von Wärmepumpen.



