Pressegespräch auf der E-world in Essen: Industrielle Speicherlösungen am Beispiel der Speira GmbH.

Pressegespräch auf der E-world in Essen: Industrielle Speicherlösungen am Beispiel der Speira GmbH.

Bild: © e2m Energy to Market

150.000 Euro im Jahr spart das Industrieunternehmen Speira mit seinem Batteriespeicher. „Das Geld haben wir davor verbrannt“, sagt Friedhelm Iske, Leiter der Instandhaltung bei Speira.

Auf der E-world 2023 stellten EDF Renewables und Energy2market (e2m) das Batteriespeicherprojekt vor, dass seit 2021 an einem Speira-Standort läuft. Es ist ein Geschäftsmodell, von denen alle Partner profitierten, betonen die Unternehmen.

EDF Renewables betreibt als Full-Service-Anbieter ein intelligentes Batteriespeichersystem bei einem Werk in Hamburg des Aluminiumwalz- und Recyclingunternehmen. 272 Batteriemodule lieferten störungsfrei 1,6 MWh – genug Power, um mithilfe eines intelligenten Lastmanagements den Netzbetreiber bei der Stabilisierung des Stromnetzes zu unterstützen, ohne die Produktionsabläufe des Unternehmens zu beeinflussen.

Die Batterie habe es Speira wie geplant ermöglicht, von der atypischen Netznutzung zu profitieren, indem sie die Lastspitzen in den Hochlastzeitfenstern des Netzbetreibers reduziert (Peak Shaving) und dadurch die Energiekosten des Unternehmens senkt. Zuvor hatte Speira den Netzausgleich über einen Lastenabwurf an den Glühöfen gemanaged.

e2m vermarktet Felxibilität

Die e2m ist in dieser Dreierkonstellation verantwortlich für die Vermarktung der Flexibilität an den Regelenergiemärkten und sicherte den technischen und regulatorischen Zugang zum Regelenergiemarkt – in diesem Fall zur Primäregelleistung.

EDF Renewables steuert von der Last- und Standortanalyse bis zu Installation, Betrieb und Wartung auch die Finanzierung und das Recycling der Speira-Batterien. Damit entfielen sämtliche Investitionskosten und -risiken für Unternehmen wie Speira, die sich für ein Batteriespeichersystem entscheiden. Nach zehn Jahren geht die Batterie komplett in den Besitz von Speira über, etwa fünf weitere Jahre Lebenszeit stecken dann noch in ihr.

Die Netzentgelte machten durchschnittlich 20 Prozent der Gesamtstromkosten aus. Dieser Anteil kann durch Lastverschiebung oder Lastspitzenkappung reduziert werden – denn Netzbetreiber incentivieren Unternehmen mit reduzierten Entgelten, die aktiv zur Netzstabilität beitragen. „Wir wollten keine Batteriespezialisten werden und mit dem Service mussten wir uns kaum um etwas kümmern“, erklärt Friedhelm Iske von Speira.

Großes Marktpotenzial für das Geschäftsmodell

„Das ist etwas, das die Industrie zur Energiewende beitragen kann“, meint Christof Petrick, Leiter des Portfoliomanagements der Leipziger e2m. Der Bedarf an Flexibilität sei viel größer als bisher installiert sei. Für einzelne Batteriespeicher bestehe ein Risiko, das lasse sich aber im Rahmen eines größeren Portfolios wie von der e2m verringern. Bisher seien Industrieunternehmen noch mehr an der Absicherung des eigenen Bedarfs interessiert, wenn sie Batteriespeicher in Betracht ziehen – oft in Kombi mit einer PV-Anlage.

Für die nähere Zukunft arbeitet e2m an der intraday-Optimierung seiner Vermarktung. (pfa)

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