Die europäische Energiebörse EEX hat den Zuschlag als Verkaufsplattform für den nationalen Emissionshandel erhalten.

Die europäische Energiebörse EEX hat den Zuschlag als Verkaufsplattform für den nationalen Emissionshandel erhalten.

Bild: © EEX

Die Leipziger Energiebörse EEX hat ihre dominierende Marktposition in Europa weiter ausgebaut. Vor allem an den europäischen Terminmärkten legte sie stark zu.

Erstmals erzielte sie dort ein Volumen von mehr als 4000 Terawattstunden (4736 TWh). Das entsprach einem Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auf Gasmarkt behauptet

Das Volumen an den europäischen Stromspotmärkten wiederum kletterte um vier Prozent nach oben — auf insgesamt 622 TWh.

Auch auf dem Gasmarkt behauptete sich die Börse trotz schwieriger Umstände durch die Corona-Pandemie. In Österreich, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden verzeichnete sie im Gasspothandel Rekordmarktanteile. In der Bundesrepublik deckte die EEX nach eigenen Angaben 64 Prozent des Marktes ab.

2000. Primärauktion in Europa

Ferner wuchs die Energiebörse auf den europäischen Umweltmärkten. An den Emissionsmärkten stieg das Volumen um 16 Prozent.

Im November hatte die EEX ihre 2000. Primärauktion auf dem Kontinent durchgeführt. Zudem wurde sie als gemeinsame EU-Auktionsplattform  wiederernannt. Die EEX soll darüber hinaus den deutschen CO2-Zertifikatehandel für den Wärme- und Verkehrssektor abwickeln.

Handel mit Herkunftsnachweisen

Immer wichtiger könnte künftig der Handel mit Herkunftsnachweisen werden. Auch dort vermeldete die EEX einen Rekord. Im vergangenen Jahr sei ein Volumen von mehr als 1590 TWh in den Registern der Gruppe bewegt worden, heißt es. Dies entspreche mehr als der Hälfte des in Europa im Umlauf befindlichen Gesamtvolumens.

Seit einigen Jahren ist die EEX auch außerhalb Europas aktiv. 2018 etwa übernahm sie Nodal Exchange, den Branchenzweiten im US-Strommarkt. 2020 habe die Nodal Exchange ihren Marktanteil in US-Stromfutures auf 37 Prozent erhöht und erstmalig mehr als die Hälfte des Open Interest in diesem Markt erzielt, berichtet die EEX nun.

Expansion nach Japan

Ganz frisch ist der Einstieg in den neuseeländischen Markt. Im März 2021 startete die EEX dort gemeinsam mit ihrer Partnerbörse NZX Emissionsauktionen im Auftrag der neuseeländischen Regierung. Außerdem bietet sie eigene Produkte im japanischen Strommarkt an.

Finanziell wurde 2020 so zum bislang erfolgreichsten Jahr in der Geschichte der EEX. Zum einen steigerte sie ihren Umsatz um fünf Prozent auf einen neuen Rekord von 320 Millionen Euro (2019: 304 Millionen Euro).

100-Mio.-Marke überschritten

Zum anderen schraubte sie ihr Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) um drei Prozent auf 101 Millionen Euro (2019: 98 Millionen Euro). Damit überschritt die Börse erstmals die 100-Millionen-Euro-Marke. (ab)

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