Roland Warner war unter anderem Geschäftsführer der Stadtwerke Kaiserslautern und Lindau. Seit 2015 steht er an der Spitze des großen sächsischen Regionalversorgers Eins Energie mit Sitz in Chemnitz. Das Unternehmen versorgt über 400000 Kunden mit Strom und Gas.

Roland Warner war unter anderem Geschäftsführer der Stadtwerke Kaiserslautern und Lindau. Seit 2015 steht er an der Spitze des großen sächsischen Regionalversorgers Eins Energie mit Sitz in Chemnitz. Das Unternehmen versorgt über 400000 Kunden mit Strom und Gas.

Bild: © Eins Energie

Der Chemnitzer Regionalversorger Eins Energie wird voraussichtlich Mitte Dezember seine zwei neuen Gasmotoren-Heizkraftwerke soweit in Betrieb nehmen, dass man damit Strom und Fernwärme in die Netze einspeisen kann.

„Aufgrund der aktuellen Gaskrise halten wir eine Wärmeversorgung über Gas aktuell aber nicht für vernünftig. Deshalb haben wir den Kohleausstieg, der eigentlich im April 2023 geplant war, auf Ende 2023 verschoben“, erklärt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Eins, Roland Warner, im Gespräch mit der ZfK.

 

Man wolle auch im kommenden Jahr noch möglichst viel auf Braunkohle setzen, um den Gasmarkt zu entlasten. „Das machen wir von uns aus proaktiv. Der Vertrag mit unserer Kohlelieferantin Mibrag läuft aber Ende 2023 aus“, schränkt er ein. Für die restlichen Monate der Heizperiode 2023/2024 bestehe entsprechend noch keine Versorgungssicherheit mit Kohle.

"Wir wollen 2023 die Gasmotoren eher defensiv betreiben"

Der Regionalversorger geht davon aus, dass man in der Heizperiode 2023/24 eine Gasmangellage haben werde. „Deshalb würden wir gerne auch in diesem Zeitraum lieber weiterhin vorrangig Kohle verbrennen zur Wärmeerzeugung und die Gasmotoren eher defensiv betreiben“, so Warner weiter.  Man habe aber noch keine Verlängerung für den Kohlevertrag über das Jahresende 2023 hinaus, es liege auch noch kein Angebot vor.

Das Unternehmen beziehe seit mehr als 60 Jahren die Kohle aus dem mittelsächsischen Revier, und erhalte von dort seit mehr als einem Jahrzehnt rund eine Million Tonnen Braunkohle pro Jahr. Die Mibrag mit Sitz in Zeitz gehört mittlerweile ebenso wie die Leag dem tschechischen Investor EPH.

"Wir brauchen in den nächsten fünf Wochen Klarheit"

„Wir befinden uns jetzt in der entscheidenden Phase. Kaufen wir Gas ein oder bekommen wir einen Braunkohle-Liefervertrag? Hier brauchen wir jetzt in den nächsten fünf Wochen Klarheit“, verdeutlicht Warner. Die alternativ benötigten Gasmengen habe man noch nicht komplett gesichert. „Wir  haben Teilmengen an Gas eingekauft. Aber das ist bei weitem noch nicht alles“. (hoe)

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Der Text wurde am Montag (28. November) leicht angepasst, da für 2023 bereits eine Kohle-Liefervertrag vorliegt, nicht aber für die komplette Heizperiode 2023/24.

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