Die Stadtwerke Düren (SWD) bauen die Elektromobilität weiter als eigenständiges Geschäftsfeld aus. Aktuell betreibt der mehrheitlich kommunale Versorger aus dem Rheinland neun Ladesäulen und eine Ladestation sowie zwei Ladepunkte für Elektrofahrräder im Stadtgebiet. Nun sollen jedes Jahr mindestens fünf neue öffentliche Ladesäulen hinzukommen.
Bis 2030 würde das Ladenetz der SWD im Stadtgebiet dann rund 60 öffentliche Ladepunkte umfassen, kündigte SWD-Geschäftsführer Heinrich Klocke laut einer Pressemitteilung bei der Vorstellung des Jahresergebnisses für 2020 an.
Drei eigene Ladetarife
Zudem wollen die SWD vermehrt Partner gewinnen, die öffentliche Ladesäulen, etwa auf Kundenparkplätzen, anbieten. Auch mit den drei eigenen E-Auto-Tarifen habe man gute Erfahrungen gemacht, heißt es. Auch ein Lastmanagement zur Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern wollen die SWD künftig als eigene Dienstleistung anbieten. Aktuell wird hierzu ein Pilotprojekt bei einer großen Anzahl an Ladeeinrichtungen vorbereitet.
Ein Computer soll die Ladepunkte untereinander vernetzen. Dieser verteile dann die gesamte verfügbare Strommenge stets so, dass es zu keiner Überlastung kommen könne. Ein erster Test hierzu auf dem eigenen Betriebsgelände sei im vergangenen Jahr erfolgreich abgeschlossen worden, teilt das Unternehmen mit.
„Unser Leistungsangebot rund um Elektrofahrzeuge wird sehr gut angenommen“, resümierte Klocke. Die SWD hätten sich als kompetenter Partner für alle Fragen rund um die Ladeinfrastruktur positioniert, das Portfolio reiche von Ladeboxen über den Stromvertrag bis hin zur Installation für Privatkunden und Gewerbe.
Erfolge im PV- und Wärme-Contracting
Auch das Angebot im Bereich Photovoltaik und Wärme-Contracting hat das Unternehmen nach eigenen Angaben stark ausgebaut und konnte hier im vergangenen Jahr auch überregional Kunden hinzugewinnen. „Dieses Engagement möchten wir in Zukunft weiter ausbauen“, so Klocke.
Investitionen in Netze und Digitalisierung
Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und das warme Wetter haben bei den SWD im vergangenen Jahr zu einem Ergebnisrückgang geführt. Das Vorjahresergebnis war zudem zum Teil von einem einmaligen Sondereffekt aus einem Grundstücksverkauf geprägt. Der Jahresüberschuss im Geschäftsjahr 2020 sank auf 4,2 Mio. Euro (Vorjahr: 5,8 Mio.), der Umsatz ging leicht zurück auf 130,8 Mio. Euro (Vorjahr: 134,8 Mio. Euro).
Geschäftsführer Heinrich Klocke sprach aber dennoch von einem „soliden Ergebnis“. 16 Mio. Euro wurden im vergangenen Jahr in die Strom-, Gas- und Wassernetze sowie in Digitalisierung und neue Geschäftsfelder investiert.
Darunter fällt auch der Einsatz eines Chatbots im Kundenservice, ein KI-gestützter Vergleich von Elektrofahrzeugen mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren und neue Online-Tools für Kunden rund um den Netzanschluss einer neuen PV-Installation, einer KWK-Anlage oder einer Ladestation für Elektrofahrzeuge.
95 Prozent der Mitarbeiter haben einen Laptop
Auf eine Prognose für das laufende Jahr wird mit Blick auf die nicht absehbaren Folgen der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft und die Privathaushalte verzichtet.
Bewährt habe sich im vergangenen Jahr, dass das Unternehmen seit 2019 verstärkt intern mit digitalen Chat-, Kollaborations- und Konferenztools gearbeitet hat, so Klocke. Inzwischen seien 95 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem Laptop ausgestattet. Auch von dem 2017 eingeführten Social Intranet habe man im Coronajahr 2020 besonders profitiert. (hoe)



