Die EnBW gehört fast zur Hälfte dem Land Baden-Württemberg.

Die EnBW gehört fast zur Hälfte dem Land Baden-Württemberg.

Bild: © EnBW

Auch die EnBW spricht sich für die Einführung eines Mindestpreises für CO2 aus. Dieser sollte bei 25 Euro/t bis 2025 und bei 30 Euro/t bis 2030 liegen, "um das notwendige Vertrauen in die Werthaltigkeit klimaschonender Investitionen zu schaffen", so Unternehmenssprecherin Johanna Kick. Der bisherige Preisanstieg der Handelspreise für C02-Zertifikate auf jüngst über 20 Euro/t "war dazu noch zu kurzfristig und zu volatil", sagte die EnBW-Sprecherin gegenüber der ZfK. Ob sich der Trend höherer Emissionshandelspreise verstetige und nicht auf bloßen Spekulationen beruhe, lasse sich derzeit nicht belastbar abschätzen.

"Wir halten CO2-Preise in einer Höhe, die den Einsatz klimaschonender Technologien fördert, für ein wesentliches Element der Energiewende in Deutschland und Europa. Die sehr niedrigen CO2-Preise der vergangenen Jahre waren dazu nicht geeignet", unterstreicht Kick. Höhere C02-Preise seien nicht zuletzt eine Voraussetzung, um Investitionen in erneuerbare Energien möglichst marktnah – also möglichst ohne Subventionen – tätigen zu können.

CO2-Preise ab 25 Euro/t befördern den Umstieg auf Gas

CO2-Preise in Höhe von circa 25 Euro/t beförderten den Umstieg von Kohle auf Gas im bestehenden Kraftwerkspark, so die EnBW. Bei einem CO2-Preis von 20 Euro/t würden Braunkohlekraftwerke trotz ihres hohen CO2-Ausstoßes in der Regel noch nicht unrentabel, da ihre Brennstoffkosten gering seien. In der Regel würden durch einen CO2-Preis in Höhe von 20 Euro/t nur ältere, ineffiziente Steinkohlekraftwerke unwirtschaftlich.

"Ein wichtiges Element für die Umrüstung bestehender Kraftwerke von Kohle auf Gas ist darüber hinaus die Möglichkeit, Wärme auszukoppeln und damit eine zweite, verlässliche Erlösquelle für ein Kraftwerk zu schaffen", betont die EnBW-Sprecherin. Die wirtschaftliche und technische Machbarkeit habe man zuletzt durch die Umrüstung des Kraftwerks Gaisburg in Stuttgart von Steinkohle auf Gas gezeigt.

Sektorenkopplung anreizen

Darüber hinaus plädiert die EnBW für eine "Reform der Besteuerung von Energieträgern, die den Einsatz klimaschonender Energieträger auch im Verkehrs- oder Gebäudesektor anregt und daher die sogenannte Sektorkopplung unterstützt". Denn schließlich seien Verkehr und Wärme neben der Energieerzeugung die wesentlichen Sektoren für das Erreichen der europäischen und deutschen Klimaschutzziele. Zumindest in Deutschland lägen diese Sektoren jedoch deutlich hinter der Erreichung des 2020-er Klimaschutzziels der Bundesregierung zurück. (hcn)

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