Trotz Belastungen wegen des Krieges in der Ukraine hat der Karlsruher Energieversorger EnBW den Gewinn im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres deutlich gesteigert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wuchs der auf die Aktionäre entfallende Überschuss um mehr als 88 Prozent auf 606,3 Millionen Euro.
Der operative Gewinn lag bei 1,19 Milliarden Euro - ein Plus von fast 46 Prozent, wie das Unternehmen am Freitag weiter mitteilte. „Darin zeigt sich erneut, dass die Breite unseres Portfolios und die integrierte Aufstellung unseres Unternehmens entlang der gesamten energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette auch in einem volatilen und schwierigen Marktumfeld für hohe Stabilität sorgen“, erklärte EnBW-Finanzvorstand Thomas Kusterer.
Das sei unter anderem auf das Geschäftssegment Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur einschließlich der Handelsaktivitäten zurückzuführen. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, waren höhere Einsatzzeiten der konventionellen Kraftwerke mit entsprechend positiven Ergebniseffekten erforderlich. Gleichzeitig konnten auch die erneuerbaren Energien ihren Ergebnisbeitrag vor allem aufgrund deutlich besserer Windverhältnisse sowie auch dem Zubau neuer Anlagen steigern. Der Umsatz verdoppelte sich von 6,8 auf 13,7 Milliarden Euro.
Ergebnisminus im Bereich Netze und Vertriebe
Die dennoch wegen des Krieges schwierige Situation spiegle sich vor allem im Geschäftssegment Netze und Vertrieb. Kosten für die Netzreserve und stark gestiegene Beschaffungspreise hätten hier zu einem Ergebnisminus von 4,8 beziehungsweise 16,4 Prozent geführt.
Ab Mitte August soll keine Kohle mehr aus Russland bezogen werden
"Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den Bezug von russischem Gas und Kohle unter Berücksichtigung hoher Nachhaltigkeits- und Wirtschaftlichkeitskriterien zu ersetzen, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden", erklärte Kusterer. Hier sei man auf einem sehr guten Weg und werde bereits ab Mitte August keine Kohle mehr aus Russland beziehen. Und auch beim Thema Gas arbeite das Unternehmen an einer deutlichen Diversifikation der Bezugsquellen, vor allem auch über den Ausbau der LNG-Aktivitäten. Die EnBW verfüge bereits über langjährige Erfahrung im LNG-Handel und habe Ende März eine Kooperation mit Hanseatic Energy Hub über rd. 33 TWh pro Jahr über das LNG-Terminal in Stade unterzeichnet.
Die Ergebnisprognose für das laufende Gesamtjahr bleibe trotz der Unsicherheiten wegen des Kriegs in der Ukraine bestehen. Die EnBW erwarte einen operativen Gewinn von zwischen 3,025 bis 3,175 Milliarden Euro. Das wäre ein Plus von 2 bis 7 Prozent zum Vorjahr. (hoe/dpa)



