Die MVV steht zum Kohleausstiegsgesetz, hält jedoch die Härtefallregelung für junge Steinkohlekraftwerke für entscheidend.

Die MVV steht zum Kohleausstiegsgesetz, hält jedoch die Härtefallregelung für junge Steinkohlekraftwerke für entscheidend.

Bild: © MVV Energie

Der Energieversorger EnBW will seine Beteiligung von 28,8 Prozent am Mannheimer Stadtwerkekonzern MVV Energie verkaufen. Auch die Kölner Rheinenergie, die 16,3 Prozent an MVV hält, prüft die Möglichkeit eines Verkaufs ihrer Anteile, und zwar zusammen mit EnBW und „in enger Abstimmung mit MVV“, denn die Stadt Mannheim nimmt als Mehrheitseigentümerin an den Gesprächen teil. Gemessen am Börsenkurs hat das Gesamtpaket einen Wert von mindestens 800 Millionen und höchstens einer Milliarde Euro.

MVV beschäftigt rund 6000 Menschen und hält Beteiligungen in Großbritannien, Tschechien und an etlichen Stadtwerken. Der Konzern gilt als zuverlässiger Dividendenlieferant – rund 60 Millionen Euro hoch war die jüngste Ausschüttung. EnBW war bereits im Jahre 2004 bei MVV eingestiegen, doch bis dato schaffte es kein EnBW-Vertreter in den Aufsichtsrat – darauf weist die "FAZ" hin. Als EnBW dann vor rund zwei Jahren den Anteil an MVV auf fast 28,8 Prozent erhöhte, äußerten Vertreter der Stadt Mannheim ganz offen ihr Unverständnis und aus der Politik kam parteiübergreifend heftiger Gegenwind.

Beratungshaus moderiert den Prozess

MVV bestätigte durch einen Sprecher, dass es Verhandlungen über den Verkauf der Anteile von EnBW und Rheinenergie gibt, an denen sowohl die MVV Energie AG als auch die Stadt Mannheim mitwirkt. MVV verfolge dabei das Ziel einer „langfristig stabilen Aktionärsstruktur, die auch in Zukunft eine konsequente und erfolgreiche Umsetzung ihrer auf die nachhaltige Gestaltung der Energiewende ausgerichteten Unternehmensstrategie sicherstellt“.

Doch die drei beteiligten Unternehmen wissen offenbar, dass die Verhandlungen kein Selbstläufer sind. Damit zusammenhängen könnte die Nachricht, dass ein Beratungshaus eingeschaltet wurde. Dabei handelt sich nach Angaben des "Handelsblatts" um Perella Weinberg Partners. EnBW macht den Verkauf zwar nach eigenen Angaben vom Preis abhängig, der zu erzielen ist, doch ein Verkauf würde mehrere Vorteile bringen – so würde zum Beispiel auch ein höchstrichterliches Urteil umgangen, denn MVV hatte EnBW wegen des Erwerbs von 28,8 Prozent seiner Anteile sogar vor dem Bundesgerichtshof verklagt.  (sig)

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