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Enercity: KI-Fernwärme-Projekt erlebt Rollout

Der Regionalversorger hat bei seiner Quartalsbilanz nicht nur starke Zahlen verkündet, auch will er sein Fernwärmenetz mittels Künstlicher Intelligenz optimieren. Ein dazugehöriges Projekt offenbarte große Einsparpotenziale, die nun durch einen Rollout gehoben werden sollen.
16.06.2022

Enercity-Vorstandsvorsitzende Susanna Zapreva freut sich über die Kundenzuwächse und die sehr guten Zahlen des 1. Quartals: Sie verkündet die nächsten strategischen Punkte.

Der Umsatz der Enercity AG lag im 1. Quartal 2022 bei 2,3 Mrd. Euro (1Q. 2021: 1,11 Mrd. Euro). Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich um rund 20 Prozent auf 77 Mio. Euro. „Vor allem bei den Kunden entwickeln wir uns sehr positiv und konnten rund 24.000 Privat- und Gewerbekunden im 1. Quartal dazugewinnen“, sagte Susanna Zapreva auf der Bilanzpressekonferenz zum 1. Quartal. Die Vorstandsvorsitzende des Hannoverschen Energieunternehmens hebt hervor, dass die Kundinnen und Kunden in „schwierigen Zeiten einen sicheren Hafen in Form eines stabilen und zuverlässigen Versorgers“ suchen würden.
 

Sonst bereitet sich das Unternehmen vor allem auf die Fernwärmesatzung vor, die ab dem 1. Januar 2023 greift und vorschreibt, dass sich die hannoverschen Haushalte an das Fernwärmenetz anschließen lassen müssen. Hier ist das Unternehmen besonders gefordert, den Umstieg zu fördern (wie die ZfK berichtete).

Hannovers Fernwärmesatzung - Enercity auf Umsetzung fokussiert

„Wir bereiten deshalb das Produktportfolio neu auf. Die Fernwärmepreisgestaltung wie es sie bisher gab, wird dann nicht mehr existieren. Es werden unter anderem Pauschalen eingeführt. Momentan wird ein konkreter Plan erarbeitet“, sagte Zapreva. Für die Kundinnen und Kunden, die noch nicht an das Netz angeschlossen werden können, würde an Alternativen wie Pop-up-Heizungen gearbeitet, um die Versorgung zu gewährleisten.

Besonders hebt die Vorstandsvorsitzende den Rollout der Künstlichen Intelligenz (KI) im Rahmen der Fernwärme hervor, der nun sukzessive vorangetrieben wird. In einem vorangegangenen Projekt wurden Einsparpotenziale durch die KI untersucht: So zeigte sich, dass der Energieverbrauch der Kunden um zehn Prozent und die Leistungsspitzen um rund 20 Prozent gesenkt werden konnten. „Mit der jetzigen Infrastruktur können wir 25 Prozent mehr Kunden anschließen, ohne zusätzliche Anlagen bauen zu müssen: durch die Optimierung des Fernwärmenetzes mittels KI“, bekräftigt Zapreva.

Ausblick ist schwierig

Aufgrund des hohen Preisniveaus an den Handelsplätzen sind die umgesetzten Energiemengen bei Strom und Erdgas zurückgegangen: So lag der Stromabsatz im ersten Quartal mit 5.051 Gigawattstunden (GWh) um 33,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau (7.588 GWh). Auch der Erdgasabsatz gab um 22,4 Prozent auf 13.034 GWh (Vorjahr: 16.794 GWh) nach. Der Wärmeabsatz lag im ersten Quartal 2022 mit 1.020 GWh um 7,5 Prozent niedriger. Der Wasserabsatz ist mit zehn Millionen Kubikmetern annähernd gleichgeblieben.

Ein Ausblick sei schwierig: Das Unternehmen werde seinen Kurs zur Dekarbonisierung weiter fortsetzen, obwohl die Situation der ungewiss sei und eine Gasmangellage eintreten könnte. Aber die Versorgungssicherheit der Privathaushalte bleibe gewährleistet, bekräftigte die Vorstandsvorsitzende.(gun)