Der Energieversorger Enercity hat den Projektentwickler Gamesa Energie Deutschland (GED) von Siemens Gamesa übernommen, über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Ziel sei, den Anteil grüner Energie am Strommix auszubauen und das Engagement im deutschen Windmarkt zu stärken, sagte Enercity-Vorstandschefin Susanna Zapreva am Mittwoch (16. Oktober) in Hannover. Das GED-Portfolio umfasst eine Pipeline von rund 200 MW Leistung und 420 GWh/a Ertrag. Durch den Erwerb dieser Kapazitäten kommt Enercity seinem Ziel, in den kommenden Jahren über 2.000 GWh an Strom aus Windenergie zu produzieren, ein weiteres Stück näher. Die Projekte von GED erstrecken sich vor allem auf den Norden und Westen Deutschlands und ergänzen damit die bestehenden Windenergieanlagen von Enercity, die bisher vor allem in den östlichen Bundesländern Ökostrom produzieren. Das erste GED-Vorhaben soll laut Pressemitteilung noch in diesem Jahr in Rheinland-Pfalz umgesetzt werden.
Hohe Fachkompetenz bei Greenfield-Projekten
Gamesa Energie Deutschland wurde 2005 gegründet und hat seinen Sitz in Oldenburg. «Wir haben die strategische Entscheidung getroffen, uns im deutschen Onshore-Markt auf den Vertrieb und Service von Windturbinen zu konzentrieren,» sagt Claudia Kratz, Finanzchefin von Siemens Gamesa für die Windkraft an Land in Nordeuropa und im Nahen Osten. Enercity sei ein verlässlicher neuer Eigner. Die sechs GED-Mitarbeiter werden von Enercity übernommen. Diese werden vor allem viel zusätzliche Fachkompetenz rund um die Entwicklung von Greenfield-Projekten einbringen, teilt ein Enercity-Sprecher auf ZfK-Anfrage mit. Der mehrheitlich kommunale Versorger aus Hannover will in den kommenden Jahren laut Vorstandschefin Susanna Zapreva mehrere hundert Millionen Euro in Windparks investieren. Die Stromerzeugung aus Windkraft von zurzeit 560 GWh pro Jahr soll bis 2030 nahezu vervierfacht werden. (hoe)



