Zum Jahresende 2022 stiegen auch die Stadtwerke Elzach in Baden-Württemberg aus dem Stromvertrieb aus. Grundversorger vor Ort ist nun der Energiekonzern EnBW.

Zum Jahresende 2022 stiegen auch die Stadtwerke Elzach in Baden-Württemberg aus dem Stromvertrieb aus. Grundversorger vor Ort ist nun der Energiekonzern EnBW.

Bild: © Andreas Baumer/ZfK

Die Zahl der bei der Bundesnetzagentur angezeigten Liefertätigkeiten im Strom- und Gasbereich ist 2022 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte gesunken. Gingen bei der Aufsichtsbehörde nach eigenen Angaben 2021 noch 41 entsprechende Anzeigen ein, waren es im vergangenen Jahr 20.

Ungewöhnlich hoch mutet die Zahl der Grundversorger an, die angaben, aus dem Strom- und Gasliefergeschäft für Haushaltskunden auszusteigen. Die Bundesnetzagentur listet elf Unternehmen, die diesen Schritt gegangen sind. Darunter befinden sich sieben Versorger mit kommunalem Hintergrund.

Energiekrise nicht immer Anlass

Bei näherem Blick sind es aber lediglich die Energiewerk Ortenau Energiegesellschaft, die Stadtwerke Laufenburg und Elzach, die Gemeindewerke Schutterwald (alle Baden-Württemberg) sowie die Energieversorgung Elbtalaue (Niedersachsen), die sich aufgrund der Energiekrise zurückzogen.

Die Stadtwerke Plettenberg und Werdohl (Nordrhein-Westfalen) verpachten seit diesem Jahr ihren Vertrieb an den Hagener Regionalversorger Enervie und scheiden deswegen zumindest für die nächsten zehn Jahre als Gaslieferanten aus. Die Verhandlungen darüber begannen jedoch bereits vor der Energiekrise.

Grundversorgerabfrage erst seit Mitte 2022

Ähnlich dürfte es sich bei den Stadtwerken Bergheim (ebenso Nordrhein-Westfalen) verhalten, die laut Abschlussbericht 2021 ihr Endkundengeschäft im Strom- und Gasbereich dieses Jahr an die neu gegründeten Stadtwerke Erft übergeben wollten und für den 1. März die Beendigung ihrer Energielieferung an Haushaltskunden angezeigt haben. Die Stadtwerke Bergheim haben laut Bundesnetzagentur keinen Grundversorgerstatus.

Wie hoch die Zahl der Grundversorgeraufgaben in früheren Jahren war, kann die Bundesnetzagentur nicht sagen. Nach eigenen Angaben entschied sie sich erst Mitte 2022 dazu, auch die Grundversorgungseigenschaft von Lieferanten abzufragen, die ihre Beendigung anzeigen. "Da die Bundesnetzagentur für die Feststellung der Grundversorgung nicht zuständig ist, lag diese Information bisher nicht vor", teilt ein Sprecher mit.

Seit 2016 mehr Ein- als Ausstiege in Markt

Zu Beginn der Energiekrise, in der zweiten Jahreshälfte 2021, hatte mit der Firma Ziegler ein Grundversorger die Stromlieferung eingestellt. Bei den anderen Geschäftsaufgaben handelte es sich ausschließlich um Anbieter ohne Grundversorgungseigenschaft.

In den Jahren 2016 bis 2020 hatten insgesamt 97 Energielieferanten bei der Bundesnetzagentur die Beendigung der Belieferung angezeigt. Im Vergleich dazu zeigten seit 2016 insgesamt 471 Energielieferanten die Aufnahme der Belieferung an.

911 Strom- und 685 Gaslieferanten

Die Bundesbehörde listete zum Jahresende 911 Strom- und 685 Gaslieferanten. Prinzipiell müssen alle Energieversorger, die Haushaltskunden mit Strom oder Gas beliefern wollen, dies bei der Bundesnetzagentur anzeigen. Gleiches gilt für Unternehmen, die ihre Strom- und Gasbelieferung an Haushaltskunden einstellen wollen. (aba)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper