Im SWB-GmbH-Einzelabschluss fällt der Fehlbetrag von 7,1 Mio. Euro trotzdem besser als prognostiziert aus. Werfe man den Blick auf den Konzernabschluss der Stadtwerke, zeigt sich für 2023 ein Konzernjahresüberschuss von 4,6 Mio. Euro, hieß es weiter.
Den Ergebnisunterschied zwischen Jahres- und Konzernabschluss erklären die SWB mit den unterschiedlichen Funktionen, die mit den jeweiligen Abschlüssen verbunden sind.
Der Jahresabschluss diene der Ergebnisbemessungsfunktion für den Mehrheitsgesellschafter Bundesstadt Bonn. Der Konzernabschluss hingegen habe die Informationsfunktion über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des gesamten Konzerns und bilde somit "seine Leistungsfähigkeit in Gänze" ab.
Sind Minderheitsgesellschafter beteiligt, wie im Fall der Stadtwerke unter anderem die Beteiligungsgesellschaft Bonn/Rhein-Sieg GmbH und die Rheinenergie AG, würden diese Gewinnanteile in der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzernabschlusses gesondert ausgewiesen und reduzieren nicht den Konzernjahresüberschuss, hieß es zur Erklärung aus Bonn weiter.
SWB künftig mit drei Geschäftsführern
Tom Schmidt hat als Aufsichtsratsvorsitzender der SWB GmbH bei der Pressekonferenz Personalien bekannt gegeben. Die Geschäftsführung der SWB GmbH wird auf drei Geschäftsführende mit jeweiliger Doppelfunktion erweitert, gab Tom Schmidt als Aufsichtsratsvorsitzender der SWB GmbH auf der Pressekonferenz bekannt.
Neben Olaf Hermes und Marco Westphal wird Anja Wenmakers zum 1. Januar 2025 als nebenamtliche Geschäftsführerin bestellt werden. Hermes und Westphal sind Geschäftsführer von SWB Energie und Wasser, Wenmakers von SWB Bus und Bahn.
Verluste im ÖPNV-Bereich
Im Jahr 2022 lag das Jahresergebnis bei 14,1 Mio. Euro. Der Konzernverlust belief sich auf 1,4 Mio. Euro. Neben dem ÖPNV machte damals auch die Entsorgungssparte Verluste für die SWB. Auch 2023 verzeichnete SWB Bus und Bahn einen Verlust 68 Mio. Euro ohne den ÖPNV-Zuschuss. Das sei vor allem auf geringere Einnahmen im Zuge des Deutschlandtickets zurückzuführen, die durch Kompensationszahlungen seitens Land und Bund nicht vollständig aufgefangen werden konnten, hieß es zur Einordnung aus Bonn. Das Ergebnis liege trotzdem besser als im Plan unter anderem aufgrund geringerer Energie- sowie Kraftstoffkosten.
Ergebnis "nahezu im Plan"
"Trotz der extremen Rahmenbedingungen, die auf unser Geschäft eingewirkt haben", habe das Unternehmen ein "ordentliches Ergebnis" erwirkt, sagte SWB-Geschäftsführer Olaf Hermes. Dazu zählte er den durch den Ukrainekrieg entstandenen Druck auf die Energiemärkte und die Inflation, die die Stadtwerke unter anderem bei Rohstoffen zu spüren bekamen. In der Energiesparte gelang es dem Unternehmen, ein Ergebnis zu erzielen, das nahezu im Plan war: 46,3 Mio. Euro standen am Ende 2023 fest, obwohl die Beschaffungskosten gestiegen waren und weniger Energie verbraucht wurde.
Das positive Ergebnis sei "keine Selbstverständlichkeit", so Hermes, denn die Energiepreise seien nach wie vor sehr volatil. Gleichzeitig trage das gute Ergebnis der Energiesparte auch zu den Abflüssen an die Mitgesellschafter und zum Konzernüberschuss bei. Zudem blickte Hermes auf große Investitionen in der Zukunft. In den kommenden Jahren wollen SWB bis zu 1,3 Mrd. Euro in die Netze investieren.
Fortschritte bei HKW Nord
Zugleich treibt die Energiesparte der SWB Energie und Wasser den Umbau der Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) am Heizkraftwerk Nord weiter voran. "Wir werden die neue Turbine jetzt in Betrieb nehmen und sind damit mit 15 Volumenprozent wasserstoffready", erklärte Hermes. Die Anlage laufe bereits im Testbetrieb. (am)



