Die schwächelnde deutsche Wirtschaft hat zu einem Rekordrückgang beim Energieverbrauch geführt. Nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) wird Deutschland in diesem Jahr mit 10.791 Petajoule (PJ) um 7,9 Prozent weniger Primärenergie als im Vorjahr verbrauchen. Das entspricht etwa rund 2.998 Terawattstunden (TWh) und wäre der niedrigste Wert seit dem Jahr 1990.
Maschinen stehen still
Hauptgrund ist demnach die schrumpfende Wirtschaftsleistung. Besonderes die energieintensiven Industriezweige verzeichnen Produktionsrückgänge. Dagegen habe das vergleichsweise milde Wetter nur einen schwachen Effekt auf den Rückgang. Einziger Treiber dieses Jahr sei der Zuzug von 1,35 Millionen Menschen in die Bundesrepublik.
Weniger Fossile, mehr Erneuerbare
Der Rückgang betrifft dabei ausschließlich fossile Energieträger. So werden Braun- und Steinkohle um knapp 22 beziehungsweise 17 Prozent weniger genutzt als noch im Jahr davor. Mineralöl ist um 5,5 Prozent rückläufig, Erdgas um mehr als 4 Prozent. Die Nutzung der Kernenergie geht nach Auslaufen des Streckbetriebs der drei verbliebenen Anlagen um rund 79 Prozent zurück.
Nur die erneuerbaren Energien legen zu. Energie aus Wind, Sonne und Co. Wird um 2,3 Prozent mehr genutzt. Das hat leichte Auswirkungen auf den Energiemix. So steigt der Anteil der Erneuerbaren von 17,7 auf nun knapp ein Fünftel (19,6 %).
CO2-Emissionen sinken drastisch
Und es wirkt sich positiv auf die CO2-Emissionen aus. Die AG Energiebilanzen schätzt, dass die energiebedingten Emissionen dieses Jahr "um gut 10 Prozent" sinken. Mit den jetzt vorgelegten Zahlen bestätigt die Arbeitsgemeinschaft ihre eigene Prognose aus dem vergangenen Monat. (dz)
