Etwas über 200 Kunden hat der flexible Stromtarif bei EnviaM. Das verriet Vertriebsvorstand Patrick Kather auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in Chemnitz.
In der zugehörigen App werden jeden Tag um 13 Uhr die Tarife für den nächsten Tag veröffentlicht, und zwar mit einer stundengenau aufgeführten Taktung. Der Manager erklärte, dass es für die Energieversorger immer wichtiger werde, Kunden „durch die Irrungen und Wirrungen“ des Strommarkts zu führen.
Der Konzern blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2023 zurück: Das EBIT lag bei 453,5 Mio. Euro und somit höher als im Vorjahr mit 334,5 Mio. Euro. EnviaM sei eine wesentliche Kraft für die Energieinfrastruktur in Ostdeutschland, sagte der Vorstandsvorsitzende Stephan Lowis.
Die Ergebnissteigerung hat laut EnviaM mehrere Gründe. Zum einen gebe es positive Ergebnisbeiträge aus dem Wachstumsgeschäft im Stromnetz, dem stark gestiegene Investitionen zugrunde lägen. Zum anderen habe sich das energiewirtschaftlichen Marktumfeld enspannt. Auch gab es niedrigere Kosten für Engpassmanagement (Redispatch) im Stromnetz sowie Gewinne aus der Gasspeicherbewirtschaftung und dem Energiehandel.
"Die Investitionen werden wir allein stemmen müssen." - Stephan Lowis
Bis 2028 will EnviaM 3 Mrd. Euro in den Netzausbau und die Erneuerbaren investieren. Diese Summe müsste zu 100 Prozent aus eigner Kraft gestemmt werden können, erklärte Lowis.
Die Investitionen sind auch notwendig, da das Unternehmen im Netzgebiet der Tochter Mitnetz Strom einen Anschlussboom erlebt. Die Anzahl jährlicher Anschlussanfragen hat sich von 35.000 auf 60.000 erhöht.
Im Netzgebiet gebe es mittlerweile eine installierte Leistung von 11 GW, davon seien über die Hälfte PV-Anlagen.
Mitteldeutschland exportiert Grünstrom
Die erneuerbare Einspeisemenge im Netzgebiet stand 2023 insgesamt bei 136 Prozent des Letztverbraucherabsatzes. Damit ist die Region Exporteur von grünem Strom.
Stephan Lowis warnte jedoch, dass für den erfolgreichen Erneuerbarenausbau der Wille der Regierung nach Beschleunigung noch in den Behörden ankommen müsse – gleichzeitig müssten diese aber auch besser ausgestattet werden.
EnviaM macht kommunale Wärmeplanung
Die EnviaM-Gruppe beschäftige sich auch intensiv mit der kommunalen Wärmeplanung. Seit 2023 wurden durch die EnviaM über 200 ostdeutsche Städte und Gemeinden mit insgesamt mehr als 1,7 Millionen Einwohnern zum Wärmeplanungsgesetz informiert und beraten. (pfa)



