Die Unternehmenszentrale der Innogy-Regionalgesellschaft EnviaM in Chemnitz

Die Unternehmenszentrale der Innogy-Regionalgesellschaft EnviaM in Chemnitz

Bild: © Envia M

Der ostdeutsche Energieversorger EnviaM senkt die Preise für Strom und Gas für Hunderttausende Kunden. Infolge der staatlichen Preisbremsen werden sie davon aber nur wenig im Portemonnaie spüren.

Wie das Unternehmen am Montag informierte, sinkt der Preis für Strom in der Grundversorgung und daran angelehnten Verträgen um 4,55 Cent auf 43,51 Cent je Kilowattstunde brutto (minus 9 Prozent). Auch die Tochter Mitgas kündigte eine Preissenkung um 3,88 auf 15,08 Cent je Kilowattstunde an (minus 20 Prozent).

Infolge des Ukraine-Krieges waren die Großhandelspreise für Energie voriges Jahr regelrecht explodiert. Zwar werde Strom und Gas für die Kunden über lang- und mittelfristige Verträge beschafft, erklärte EnviaM-Vertriebsvorstand Patrick Kather. Als Grundversorger habe das Unternehmen aber mehr als 40 000 Kunden für Strom und rund 12 000 Kunden für Gas neu aufnehmen müssen. Für sie habe kurzfristig Energie eingekauft werden müssen - zu den dann enorm gestiegenen Preisen.

Preise waren höher gestiegen als sie jetzt sinken

Erst zu Jahresbeginn hatte das Unternehmen daher die Verbrauchspreise deutlich angehoben: Um 20,28 Cent bei Strom und 6,31 Cent bei Gas - und damit in weitaus höherem Umfang als die nun angekündigte Senkung. Durch die staatlichen Preisbremsen sind die Preise derzeit zudem gedeckelt, so dass Verbraucher für 80 Prozent ihres Jahresverbrauchs maximal 40 Cent je Kilowattstunde Strom und 12 Cent bei Gas zahlen.

Der Rest wird vom Staat finanziert. Daher werden die EnviaM- und Mitgas-Kunden vorerst nur zu einem geringen Teil von den niedrigeren Preisen profitieren, die weiter über diesen Preisbremsen liegen.

LNG als Kostentreiber

Laut Kather haben sich die Großhandelspreise stabilisiert, sind aber noch deutlich höher als vor zwei Jahren. «Das wird sich mittel- und langfristig nicht ändern», erläuterte er. Dabei verwies der Fachmann etwa auf mehr Verarbeitungsstufen bei LNG-Gas im Vergleich zum bisherigen russischen Pipeline-Gas.

Einflüsse auf die künftige Preisentwicklung hätten etwa die Entwicklung der Energienachfrage und der Fortgang des Ukraine-Kriegs, aber auch steigende Preise für CO2-Zertifikate und höhere Kosten für fossile Brennstoffe zur Stromproduktion. Die Abschaltung der Atomkraftwerke in Deutschland sowie die Verfügbarkeit französischer Meiler wirkten sich ebenso aus.

Die neuen Strompreise gelten den Angaben zufolge ab 1. Juli für rund 800 000 Privat- und Gewerbekunden in Teilen Sachsen-Anhalts, Sachsens, Thüringens und Brandenburgs; bei Mitgas sind es etwa 55 000 Kunden. (dpa/pfa)

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