War es in den vergangenen Monaten insbesondere Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, der die Bevölkerung in Deutschland zum Energiesparen aufrief, übernahm diese Rolle beim Handelsblatt-Energiegipfel Leonhard Birnbaum, Vorstandsvorsitzender des Essener Energiekonzerns Eon.
"Wir müssen mehr sparen, obwohl sich [die Marktlage] entspannt", sagte er. "14 Prozent sind nicht ausreichend. In Wahrheit ist das der Mittelwert aus zurückgefahrener Industrie und dem warmen Winter. Damit können wir aber nicht jedes Jahr rechnen. Wir haben noch Herausforderungen vor uns, wir dürfen uns nicht zu früh entspannen."
Eon-Chef: Gaspreise noch immer hoch
Birnbaum verwies darauf, dass die Gaspreise historisch gesehen noch immer hoch seien. Am Mittwochnachmittag lag beispielsweise der Frontmonat TTF bei 56 Euro pro MWh und war damit fast dreimal so hoch wie zumeist in den 2010er-Jahren.
Zudem erinnerte der Manager an gängige Mechanismen in Energievertrieben, wonach ein Großteil der bezogenen Energie lange vor Lieferzeitpunkt eingekauft und verzögert an den Endkunden weitergegeben wird. "Wir haben in der Grundversorgung 2022 nicht die Großhandelspreise [in Gänze] durchgereicht, sondern nur etwa 30 Prozent davon", erklärte er. Heißt auch: Weitere Preissteigerungen würden noch folgen, weil die günstigeren Absicherungsgeschäfte der Vergangenheit nun auslaufen würden.
Eon erhöht Gas-Grundversorgungspreise
Auch deshalb sei der Sparappell so wichtig, sagte er. Dadurch bleibe Energie auch weiterhin bezahlbar.
Eon selbst hatte als größter Grundversorger Deutschlands lange die Preise unter dem Niveau der staatlich eingezogenen Preisbremse gehalten. Im Februar aber schlägt nun auch der Energiekonzern beispielsweise in Hamburg auf. Dort müssen grundversorgte Kunden dann 15,7 Cent statt bislang 11,7 Cent pro kWh Gas zahlen. (aba)



