"Wir stehen voll hinter den Sanktionen der Europäischen Union": Eon-Vorstandsvorsitzender Leonhard Birnbaum verurteilt den Angriff Russlands auf die Ukraine scharf.

"Wir stehen voll hinter den Sanktionen der Europäischen Union": Eon-Vorstandsvorsitzender Leonhard Birnbaum verurteilt den Angriff Russlands auf die Ukraine scharf.

Bild: © Eon

Eon-Chef Leonhard Birnbaum fordert von der künftigen Bundesregierung eine grundsätzlich andere Denkweise in der Energiepolitik. "Preis- und Mengenrisiken dürfen nicht auf Dauer komplett nur auf die Stromkunden umgelegt werden", sagte er der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX und der Deutschen Presse-Agentur.

Er sprach sich dafür aus, dass etwa Investoren in Wind- und Solaranlagen die finanziellen Risiken durch Zwangsabschaltungen bei Netzüberlastung künftig selbst tragen. Die sogenannten Redispatchkosten gehen seit Jahren in die Milliarden und belasten über die Netzentgelte alle Stromkunden.

Marktsignale für Investoren

Bislang bekommen die Anlagenbetreiber bei sogenannten Abregelungen eine Entschädigung, die über die Netzentgelte auf alle Stromkunden umgelegt wird. "Wenn es das Problem des Investors wäre, wenn der Netzbetreiber ihn abregeln muss und er dafür keine Kompensation bekäme, dann würde er sich dreimal überlegen, ob er seine Anlage wirklich da baut, wo es jetzt schon regelmäßig Strom im Überfluss gibt", argumentiert Birnbaum. Grundsätzlich müssten Marktsignale bei den Investoren ankommen.

Birnbaum sprach sich zudem für mehr Flexibilität bei den Ausbauzielen aus. Aus seiner Sicht seien wenige und flexible Ziele der richtigere Ansatz. "Wir haben im Moment ein Ausbauziel für Solar, ein Ausbauziel für Windkraft an Land, ein Ausbauziel für Windkraft auf See. Wir haben Ziele, was wir im Netz machen sollen, wie viele E-Autos wir verkaufen wollen und so weiter."

Solche Ziele würden im Zweifel unter Einsatz zu großer Mittel und massiver Subventionen erreicht. Innovation sei hier nicht vorgesehen, Investitionsanreize würden falsch gesetzt – nämlich ausschließlich, um die Zielvorgaben zu erreichen und nicht nach dem tatsächlichen Bedarf, so seine Kritik.


Energiewende muss bezahlbarer werden

Die momentan im Raum stehenden politischen Ziele würden sogar erfordern, dass Eon noch mehr investiere als die von 2024 bis einschließlich 2028 geplanten 42 Mrd. Euro. Um die Investitionen zu erhöhen, müssten aber die politisch induzierten Kosten sinken.

Es sei im Interesse von Eon, dass die Energiewende für die Kunden bezahlbarer werde. So werde das Gesamtsystem effizienter, was auch Eon klar begrüßt. "Wir verlieren kein Wachstum, wenn die Energiewende für unsere Kunden finanziell besser zu stemmen ist", so Birnbaum. Das Verhältnis und die Nachhaltigkeit der Kundenbeziehung würden gesteigert. "Das ist selbstverständlich in unserem Interesse." Grundsätzlich solle die Politik weniger detailgesteuert agieren und stattdessen ordnungspolitischer und über den Markt, so seine Forderung. "Dieser Richtungswechsel muss stattfinden, egal, wer die Regierung stellt." (dpa/am)

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