Marc Spieker ist Finanzvorstand bei Eon.

Marc Spieker ist Finanzvorstand bei Eon.

Bild: © Eon

Deutschlands größter Energieversorger Eon kann sich angesichts zurückgehender Großhandelspreise auch Preissenkungen für seine Kunden im Heimatmarkt vorstellen.

Irgendwann werde Eon auch für seine deutschen Kunden die Möglichkeit niedrigerer Tarife bieten können, sagte Finanzchef Marc Spieker am Mittwoch in Essen in einer Telefonkonferenz mit Investoren und Analysten anlässlich der Vorlage der Quartalszahlen.

Deutschland habe im Vergleich zu anderen Ländern die längsten Absicherungsfristen, weshalb der Zeitpunkt für Preissenkungen im Vergleich zu anderen Märkten unterschiedlich ausfallen könne. Aber angesichts der sinkenden Großhandelspreise für Energie sei es auch hierzulande lediglich „eine Frage der Zeit.“

Zunächst noch Preiserhöhnungen

Zunächst stünden aber noch einige Preiserhöhungen aus, die wie angekündigt im Juni umgesetzt werden sollen. „Wir befinden uns in einer Art Übergangsphase“, sagte Spieker.

In den ersten drei Monaten des Jahres profitierte Eon unter anderem davon, höhere Strompreise an seine Kunden weitergeben zu können. Das war vor einem Jahr noch nicht gelungen, weshalb die höheren Beschaffungskosten für Energie die Margen des Stromversorgers unter Druck gesetzt hatten - nun gab es Nachholeffekte.

Der Energievertrieb trug trotz geringerer Absatzmengen fast doppelt so viel bei, wie ein Jahr zuvor. Und auch das Netzgeschäft entwickelte sich mit einem Plus von 30 Prozent besser.

Insgesamt lässt ein starkes erstes Quartal den Eon-Vorstand etwas optimistischer auf das Gesamtjahr blicken. Er erwartet laut einer Mitteilung vom Mittwoch, das obere Ende der Prognosespannen für das bereinigte operative Ergebnis und den bereinigten Konzernüberschuss zu erreichen. Spieker rechnet dabei mit weiter schwankenden Einflüssen auf das Geschäft.

Analysten positiv überrascht

Im Vergleich zum Vorjahr rechnet Eon 2023 weiterhin mit einem Ergebnisrückgang. Den bereinigten Konzernüberschuss prognostiziert das Management bei 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro.

An der Börse kam es zu Gewinnmitnahmen. Analysten hatten bislang nicht damit gerechnet, dass Eon das jeweils obere Ende der Spannen erreichen könnte. Marktexperte Vincent Ayral von der US-Bank JPMorgan attestierte Eon in einer ersten Reaktion auf den Quartalsbericht starke Ergebnisse. Die Signale des Konzerns seien einmal mehr sehr positiv.

Eon hat in Deutschland rund 14 Millionen Strom- und Gaskunden.

Investitionen von einer Milliarde in drei Monaten

In den ersten drei Monaten investierte Eon nach eigenen Angaben mehr als eine Milliarde Euro, dies entsprach einem Plus von mehr als 30 Prozent gegenüber den Investitionen im Vorjahresquartal.

Der Fokus lag dabei vor allem auf Netzneuanschlüssen für Erneuerbare-Energien-Anlagen, der Modernisierung der Netzinfrastruktur und Investitionen in Projekte für nachhaltige, dezentrale Energieinfrastrukturlösungen. Für das Gesamtjahr 2023 bestätigte der Konzern seine geplanten Investitionen in Höhe von rund 5,8 Milliarden Euro. Bis 2027 plant Eon, insgesamt 33 Milliarden Euro in Energienetze und Kundenlösungen zu investieren. (mit dpa/pfa)

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